Bildungssenator Rudolf Lange: "Das neue Lehrerarbeitszeitmodell entlastet die engagierten Lehrer"

(bbs, 09.05.2003) "Das vom Senat für das kommende Schuljahr beschlossene Lehrerarbeitszeitmodell macht die Tätigkeit der Lehrkräfte nicht nur - bundesweit erstmals - transparenter und gerechter. Es fördert vor allem auch die Arbeit der besonders engagierten Lehrer, die mit ihren Schülern auch außerhalb des Unterrichts in AGs, Wettbewerben oder besonderen Projekten arbeiten. Diese sehr wertvolle Arbeit wird im Modell extra berücksichtigt: 15 Prozent der Lehrerarbeitszeit kann jede Schule für sogenannte Funktionsaufgaben einplanen, mit denen auch das besondere Engagement der Lehrkräfte zum Beispiel im Sportbereich erfasst wird".

Das erklärte Bildungssenator Rudolf Lange heute. Berichte über einzelne Lehrkräfte, die eine Arbeits-Mehrbelastung durch das neue Modell befürchten und deshalb meinen, ihre besonderen Aktivitäten zugunsten der Schüler einschränken zu müssen, wies der Bildungssenator zurück: "Hier sind entweder die umfangreichen Informations-Materialien, die die Behörde schriftlich oder auch als CD in die Schulen gegeben hat, noch nicht genau studiert worden. Oder man sitzt der gezielten Desinformation auf, die von Seiten der Ewiggestrigen ["Ewiggestriger" = unmoderner Mensch, Reaktionär, Spießer, Nazi] betrieben wird, denen jede Form von Modernisierung und größerer Transparenz nicht passt."

Der Bildungssenator erläuterte an einem Beispiel die besonderen Vorteile des neuen Arbeitszeitmodells für die 13.700 Lehrkräfte in der Stadt: Ein Vollzeit-Gymnasiallehrer mit der Fächerkombination Deutsch und Englisch arbeitet in den 38 Unterrichtswochen 1.770 Stunden. Das sind 46 Stunden pro Woche bei sechs Wochen mehr Urlaub. "Die alles entschei-dende Frage ist, wie dieses Jahres-Stundenkontingent ausgefüllt wird. Und da es unstrittig mehr zeitlichen Aufwand bedeutet, einen Deutsch-Leistungskurs mit inhaltlicher Vor- und Nachbereitung sowie aufwändigen Klassenarbeitskorrekturen durchs Abitur zu führen, als Schulanfängern das Rechnen bis 10 beizubringen, haben wir aufgabengerechte Zeitwerte entwickelt", so Senator Rudolf Lange.

Diese Zeitwerte gibt es aber auch für Klassenlehrer, für die Betreuung der SchulHomepage und der Schülerbücherei oder die Leitung von Schulband, Chor oder Sport AG. Auch wer auf Klassenfahrt geht, bekommt die Zeit gutgeschrieben. Der wahrheitswidrigen Behauptung, durch das neue Lehrerarbeitszeitmodell würden de facto 1000 Lehrerstellen eingespart, trat der Senator noch einmal ausdrücklich entgegen:

"Es bleibt bei den drei Konstanten der Hamburger Bildungspolitik: Die Schülerzahl liegt bei rund 235.000, die Zahl der Lehrerstellen bei 13700 plus einer jährlichen Steigerung um 100 und die Stundenpläne verändern sich auch nicht. Wir organisieren die Arbeit nur transparenter und umfassender, wovor niemand Angst haben muss."

Quelle: http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/pressemeldungen/2003/mai/12/pressemeldung-2003-05-09-bbs09.html
Weitere Infos unter:http://fhh.hamburg.de/stadt/Archivordner/laz-bericht.html

Bildungssenator Lange hat modellhafte Querschnitts-Berechnung der künftigen Lehrerarbeitszeit vorgestellt:
(bbs, 05.06.2003) "Deutlich mehr als die Hälfte der Hamburger Lehrer wird weniger oder genau so viel wie bisher arbeiten." Bildungssenator Rudolf Lange hat heute eine erste modellhafte Querschnitts-Berechnung der künftigen Arbeitszeit der Hamburger Lehrerschaft auf der Grundlage des neuen Lehrerarbeitszeitmodells vorgestellt. Grundlage der Daten ist die Auswahl von 11 typischen unter den 430 Hamburger Schulen. Für deren Lehrerschaft wurde die Arbeitsbelastung durch Unterricht anhand der vorliegenden Lehrer- und Schülerzahlen sowie der Unterrichtsanforderungen für das nächste Schuljahr berechnet. Daraus ergeben sich folgende Fakten:

Bildungssenator Rudolf Lange: "Diese ersten Zahlen-Auswertungen sind noch nicht repräsentativ im strengen Sinne, aber dennoch aussagefähig in der klaren Tendenz: Deutlich mehr als die Hälfte der Hamburger Lehrer wird weniger oder genau so viel arbeiten wie bisher. Die Erhöhung der Unterrichtsbelastung um eine oder zwei Stunden für den deutlich kleineren Teil der Hamburger Lehrerschaft entspricht unseren Erwartungen durch die Anpassung der Wochenarbeitszeit aller Lehrer an die 40-Stunden-Woche des öffentlichen Dienstes. In Zeiten knapper Kassen ist dies für die Sicherung einer guten Ausbildung unserer Kinder absolut zumutbar."

 

Siehe Arbeitszeitmodell

Siehe Arbeitszeit der LehrerInnen

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