Glühbirne / Glühlampe

 

 

Nach 130 Jahren kommt das Ende der „klassischen“ Glühbirne/Glühlampe - (eine Erfindung u.a. von Thomas Alva Edison aus dem Jahre 1879)

 

Am 1. September 2009 kam das Aus für alle klaren Glühbirnen mit mehr als 100 Watt, das Aus für alle matten Glühbirnen und alle matten Halogenlampen -
Am 1. September 2010 war Schluss mit klaren 75-Watt-Glühlampen.
1. September 2011, EU-weit: Schluss mit klaren 60-Watt-Glühlampen
2012 kommt das Ende für die letzten Glühbirnen (also mit weniger als 40 Watt, also 40/25/10 W) -
1. September 2012: Verkaufsverbot für alle Glühbirnen und bestimmte Halogenlampen (ein angesichts der Nachteile - siehe unten - durch nichts zu rechtfertigender Eingriff in das Recht des Verbrauchers auf freien Zugang zu Verbrauchsartikeln und in das Recht des freien Handels) -
Ab September 2016 dürfen nur noch Lampen mit hoher Effizienz verkauft werden. Was ist hohe Effizienz, und wer bestimmt, was hohe Effizienz ist?
In Backöfen, Kühlschränken und Nähmaschinen können weiterhin Edison-Glühbirnen verwendet werden. Ausgenommen sind auch Lampen für Infrarotlicht, Ampeln und Bühnenbeleuchtung.
In einer Zeitungsmeldung im August 2011 heißt es jedoch, ab September 2013 würde man nicht einmal mehr eine 15-Watt-Glühbirne für den Kühlschrank bekommen. (Hamburger Abendblatt, 26.08.11, Seite 24)
Der Verbraucher soll umstellen auf sparsame Leuchtmittel wie Leuchtstoff-, Halogen- und LED-Lampen. Ein noch zu lösendes Problem ist die umweltschonende Entsorgung der kaputten Energiesparlampen, die Quecksilber enthalten. Derzeit wird nur ein Bruchteil der nicht mehr funktionierenden Ökolampen ökologisch unbedenklich entsorgt.
22 Milliarden Kilowattstunden sollen eingespart werden. Die Umstellung soll die Stromkosten um insgesamt 7 Milliarden Euro senken (pro Haushalt eine Ersparung von 50 € im Jahr). Der Ausstoß an Kohlendioxid würde jährlich um 3 (andere Zahl: 4,5) Millionen Tonnen sinken.
(Hamburger Abendblatt, 9.12.08, Seite 28)

 

Glühlampe

Energiesparlampe

angebliche Ersparnis

25 Watt

5-7 Watt

48 €

50 Watt

7-9 Watt

79 €

60 Watt

11-16 Watt (10 Watt?)

118 €

75 Watt

15-20 Watt

144 €

100 Watt

20-23 Watt

192 €

 

(Hamburger Abendblatt, 26.08.11, Seite 24)

 

Kritiker der Reform führen an: Die Sparlampen seien dunkler (bei 75/15 KW statt 600 cd nur noch 335 cd hell) als ihre Vorgänger, ihre Lebensdauer sei viel geringer als angegeben (stark beanspruchte Lampen gingen sogar früher kaputt als herkömmliche und seien damit unwirtschaftlich), ihr Licht gebe nicht das gesamte Lichtspektrum wieder (Teile fehlten), dadurch lasse das kalte Licht Speisen unbekömmlich und Menschen kränklich aussehen, das künstliche Farbspektrum mache psycho-somatisch krank.
Wer nicht krank aussehen oder werden möchte, nehme Halogenglühlampen. Diese verbrauchen aber viel Energie.

Die Helligkeit, das heißt der Lichtstrom einer Lampe wird in Lumen, nicht in Watt gemessen. Je höher der Lumenwert, desto heller die Lampe. Die Lichtfarbe wird in Kelvin gemessen. Je niedriger der Wert, desto wärmer die Lichtfarbe. 2700 Kelvin entsprechen „warm-weiß“.

Die Lichtausbeute im Vergleich: Lumen proWatt (lm/W)

Halogenlampe
12 V

Glühlampe

Halogenlampe
230 V

Energiespar­lampe

LED

Leuchtstoff­röhre

Halogen-Metall­dampflampe

10-16

10-18

12-21

40-70

45-85

60-95

90-130

?

Restmüll

?

Sondermüll

Restmüll

?

?

 

 

 

 

hitze­empfindlich

 

 

 

 

 

Elektrosmog

Elektrosmog

 

 

(Hamburger Abendblatt, 05.09.11, Seite17)

Fest steht, die Sparlampen enthalten Quecksilber und sind deshalb gesundheitsgefährdend (200 Milligramm Quecksilber können tödlich sein). Wenn eine Sparlampe zerbricht, kann die Quecksilberkonzentration 20-fach höher sein als der Richtwert für Innenraumluft, warnt das Umweltbundesamt (UBA) im Dezember 2010.
Wegen der Umweltbelastung sollte nach dem Zerbrechen einer Sparlampe fünfzehn Minuten gründlich gelüftet werden.
In den Müll? Aussortierte Sparlampen können nicht im grauen Mülleimer entsorgt werden, sie sind Sondermüll und müssen aussortiert werden. Wohin? Der Einzelhandel und Recyclinghöfe nehmen zurück, doch das wird Menschen nicht davon abhalten, falsch zu entsorgen. Sehen wir einer selbstgemachten Umweltkatastrophe entgegen?
Übrigens: Die Verwendung von Quecksilber in Thermometern ist seit 2009 untersagt!
Es gibt keine umfassende wissenschaftliche Ökobilanz für die Energiesparlampe.
Lustige EU-Politiker: Kurz vor Weihnachten 2010 fällt ihnen plötzlich auf, dass, wenn Energiesparlampen zu Bruch gehen, 20-mal so viel Quecksilber wie erlaubt freigesetzt wird, dass die Entsorgung problematisch ist, die Ökobilanz der Quecksilberlampen verheerend ist, kurz dass diese Lampen Schrott sind.
Informationen unter www.ecotopten.de/produktfeld_lampen.php

 

Sicherheitsaspekt

Einige der der Sparlampen benötigen bis zu zwei Minuten, um 80 Prozent ihrer vollen Helligkeit zu erreichen. In sicherheitsrelevanten Bereichen (Treppenhaus, Bank …) ist das viel zu lange.

 

Fast wie Atomkraft: Die nächste Schreckensnachricht kommt bestimmt:

Die Sparlampen geben gefährliche Stoffe ab, die u.a. auch krebserregend bzw. erbgutschädigend sind. (NDR 3, 18.6.11, 20.15 Uhr, Magazin „Markt“)

Die Stoffe sind Phenole und Kresole. Außerdem wurden gesundheitsschädigende „flüchtige organische Verbindungen“ (volatile organic compounds oder VOC) gefunden. Das Umweltbundesamt (UBA) sieht jedoch keine Gefahren. Die schädigenden Stoffe können aus Klebern oder Bauteilen der Lampen ausgasen.

Für IT-Geräte (PC-Bildschirme) liegt der Belastungs-Grenzwert für Raumluftbelastung bei 100 Mikrogramm pro Stück und Stunde.
Auch die oft gepriesene Alternative einer effizienteren Beleuchtung mit Leuchtdioden (LEDs*) ist kein wirklicher Ausweg, denn LEDs bestehen aus ähnlichen Bauteilen. Auch sie müssen auf Phenol-Emissionen überprüft werden. (Hamburger Abendblatt, 19.4.11, Seite 23, 26.08.11, Seite 24)
* LED steht für engl. light-emitting diode, das heißt lichtemittierende (= Licht aussendende) Diode, auch: Lumineszenz-Diode.

 

 

Stichwort
Atomenergie

 

 

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