Asbest

Mineral mit faseriger Struktur, widerstandsfähig gegen hohe Temperaturen/Hitze

lat. asbestos < griech. asbestos (lithos) nicht zu löschen(der Stein) < a-, nicht + sbestos < sbennynai (aus)löschen; der Name wurde zuerst in Griechisch und Latein verwendet für ungelöschten Kalk

 

Informationen

 

Der offizieller Grenzwert für Asbestbelastung liegt bei 1000 Asbestfasern pro Kubikmeter Luft, dieser Wert sei medizinisch unbedenklich, nach einer Sanierung darf dieser Wert nicht über 500 Fasern pro Kubikmeter liegen.

 

Asbestfasern sind bis etwa 100° hitzeresistent. Im 19. Jahrhundert wurden sie deshalb bei der Feuerwehr für feuerfeste Schutzkleidung genutzt. Gesundheitliche Bedenken kamen Ende der 1970er-Jahre auf. Schon wenige Teilchen können Atemnot auslösen, und Asbest gilt als krebsauslösend. Bis dahin war es für Fassaden, Dächer, Dämmstoffe, Heizungen, Fliesen und Klebstoffe verwendet worden. Auch neuere Gebäude können betroffen sein, da die Substanz noch bis Mitte der 1980er-Jahre verbaut wurde. (Hamburger Abendblatt, 15.9.09, Seite 13)

 

„Unter dem Begriff Asbest sind verschiedene Silikat-Mineralien zusammengefasst, die aus feinen Fasern bestehen … (Wenn ein Mensch diese mikroskopisch kleinen Fasern einatmet, gelangen sie) tief in die Lunge bis in die kleinsten Lungenbläschen hinein. Dort werden die feinen Nadeln von Zellen des körpereigenen Immunsystems angegriffen und es kann je nach Dauer … und Konzentration (der Belastung) zu einer chronischen Entzündung kommen, bei der sich intaktes Lungengewebe im Laufe von 15 bis 20 Jahren in Bindegewebe umwandelt. … (bei fortgeschrittener Asbestose) leiden die Betroffenen unter Atemnot, Reizhusten und Auswurf. …(außerdem können sich) bösartige Tumore der Lunge und des Lungenfells entwickeln. Festgestellt wird eine Asbestose durch eine gründliche körperliche Untersuchung … (aufgrund dieser Wirkung) ist die Verwendung von Asbest in Deutschland seit 1993 verboten. In der Europäischen Union gilt ein Verbot seit 2005.“ (Hamburg Abendblatt, 17.3.10, Seite 10)

 

In Deutschland werden jährlich Hunderte Millionen Euro in Asbestsanierungen gesteckt. Asbest diente vor allem als Isolationsmaterial in Gebäuden. Auch viele Schulen und Büros sind betroffen. Die krebserregende Faser führt beim Menschen zu einem spezifischen Lungenkrebs, der Asbestose. Weltweit fordert diese Krankheit jährlich mehr als hunderttausend Opfer. Sie ist mittlerweile als Berufskrankheit anerkannt. Trotzdem warten Hunderte noch heute auf die Anerkennung ihrer Erkrankung. Und nun kommt Asbest zurück. Eine Ausnahmegenehmigung erlaubt den Import und Handel von kanadischem Asbest. Auch in China wird das tödliche Mineral noch immer in Produkten wie Thermoskannen und Dichtungsringen verwendet und nach Deutschland exportiert. (Quelle: WDR-Fernsehen: „Asbest! Ein Schadstoff kehrt zurück“, ein Film von Inge Altemeier, 22.2.2010)

 

 

Artikel

 

„Im Großteil der in den sechziger und siebziger Jahren erbauten Schulen wurde die vermeintliche „Wunderfaser“ Asbest verarbeitet. Damals galt das Material wegen seiner Feuer- und Säurebeständigkeit als ideale Bausubstanz in Dachplatten, Fassadenverkleidungen, Bremsbelägen oder Wasserrohren. Enthalten sein kann Asbest auch in älteren Haushaltsgeräten wie Elektrospeicheröfen, Toastern und Haartrocknern.

Solange Asbest in fest gebundener Form vorliegt, besteht keine Gesundheitsgefährdung. Doch die damals erbauten Schulen sind heute zum Teil sanierungsbedürftig. Durch Bearbeitung und Zerstörung asbesthaltiger Produkte, aber auch durch klimatische Einflüsse, Alterung und Zerfall kann Asbeststaub an die Atemluft abgegeben werden.

Erst Ende der achtziger Jahre gerieten asbesthaltige Materialien wegen zahlreicher Todesfälle in Verruf. Werden Asbestfasern eingeatmet, kann das zu einer chronischen Entzündung in der Lunge und zu Krebs führen. Das Risiko steigt, je länger und intensiver man den Fasern ausgesetzt ist. Wer mit Asbest in Kontakt kommt, hat nach rund zehn Jahren ein erhöhtes Risiko, an Asbestose zu erkranken. Eine geringe Menge eingeatmeter Fasern kann noch nach 30 Jahren Krebs auslösen.

Da der Stoff fast universell eingesetzt wurde, wird es noch dauern, bis alle Gefahrenquellen beseitigt sind. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts war bekannt, dass das Einatmen von Asbeststaub krankmacht. Die Asbestose ist in Deutschland seit 1936 als Berufskrankheit anerkannt, seit 1993 ist die Nutzung des Stoffes verboten.

cpa/dpa “

(aus einem Online Artikel des Spiegel, 03.09.09)

 

Quelle: www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,646742,00.html

 

 

Asbest in Hamburger Schulen

 

Nach zufälligen Asbestfunden 2010 will die Hamburger Schulbehörde alle 400 Schulen systematisch nach Schadstoffen untersuchen lassen. Die Schulbau Hamburg (SBH) arbeitet an einem „Vertrag mit Leistungsverzeichnis“, der mit „Schadstoffbüros“ abgeschlossen werden soll. Laut diesem Entwurf sollen pro Schule nur wenige Proben (ein oder zwei?) genommen werden. 50 bis 60 Proben pro Schule sei aber nach Expertenmeinung das erforderliche Maß. Die SBH sagt selbst, jede Wand, bei der man nicht mit absoluter Sicherheit wisse, dass kein Asbest verarbeitet wurde, müsse so behandelt werden, als sei Asbest darin. Die Hamburger Finanzbehörde, die federführend beim Schulbau ist, verlässt sich in Bezug auf der Anzahl der Proben auf die Qualifikation der Gutachter. Der Sprecher der Behörde führt aus, dass nur Bauten, die nach dem Asbestverbot 1993 erbaut wurden, als unbedenklich eingestuft werden könnten. Bisher wurden Spuren von Asbest an sechs Hamburger Schulen gefunden. Eine gesundheitliche Gefahr für Handwerker und Schüler bestehe jedoch nicht.
Eine systematische Erfassung von Schadstoffen wird seit Jahren gefordert (Asbest-Kataster). Der Vorsitzende der Elternkammer Peter Albrecht fordert alle Schulleiter auf, die Eltern gründlich über den jeweiligen Stand der Dinge an der Schule aufzuklären.
Die Anordnung, dass Hausmeister nicht „nageln, bohren, schleifen, fräsen“ dürfen, um kein Asbest freizusetzen, wird als überflüssig angesehen, da solche Arbeiten meist an externe Handwerker vergeben würden. (Hamburger Abendblatt, 4./5.9.10, Seite 7) Ansprechpartner in der Behörde: siehe unten

 

 

Grundsätzliche Informationen zur Einschätzung von Asbestbelastungen sind beim Beratungstelefon der Gesundheitsbehörde erhältlich: 040.428 37 37 37 (Sprechzeiten Mo-Fr, 9-14 Uhr)

Rückfragen:
Brigitte Köhnlein
Pressestelle der Behörde für Schule und Berufsbildung
040.42863.2003
0172.4247071

Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)

 

 

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