Berufsschule

Berufsbildungszentrum (BBZ) = Bezeichnung für eine Berufsschule in privater Trägerschaft
Berufliche Schule Hamburg / Branchenorientierte Schule Hamburgs (BSH) = branchenbezogene größere Einheit mehrerer Berufsschulen, mit eigenem deckungsfähigem Budget und umfassenden Selbststeuerungsrechten, geführt durch ein Direktorium, das aus einer/m pädagogischen und einer/m kaufmännischen Leiter/in besteht. Ein Lenkungsausschuss (VertreterInnen aus Fachverbände, Kammern, Gewerkschaften) berät das Direktorium. Trägerin und Dienstherrin ist die SBSH. Es werden 48 Hamburger Berufsschulen zu 15 BSH zusammengefasst.
Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) = Dienstherr für privatisierte Berufsschulen, als Anstalt öffentlichen Rechts neben den BBZ angesiedelt
Stiftung Berufliche Schulen Hamburg (SBSH) = eine Stiftung öffentlichen Rechts, Trägerin und Dienstherrin der BSH. Bei der BBS verbleiben nur noch die Gestaltungs- und Aufsichtsrechte, sie steuert die SBSH durch Ziel- und Leistungsvereinbarungen.
Der Vorstand der SBSH besteht aus fünf Mitgliedern, drei ehrenamtlichen (aus Handwerkskammer, UV Nord, Handelskammer Hamburg) und zwei geschäftsführenden hauptamtlichen.
Die hauptamtlichen werden von einem Kuratorium gewählt, paritätisch besetzt durch Behörde- und Wirtschaft(?): Vorsitzende/r ist ein Mensch aus der Schulbehörde mit doppeltem Stimmrecht.
Der Beirat hat beratende Funktion und ein Recht auf Anhörung. In ihm sitzen abhängig Beschäftigte, UnternehmerInnen, Gewerkschaften, Eltern und die SchülerInnen.

"Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Berufsschulen in Hamburg gegründet - von der Wirtschaft. Erst nach mehrfacher Aufforderung war der Senat 1867 bereit, die Schulen in seine Regie und Verantwortung zu übernehmen. Insofern ist der Wiedereinstieg der Wirtschaft in die Verantwortung für die Berufsschulen eine Rückkehr zu den Wurzeln. [Zu den Wurzeln? Dann werden demnächst wohl auch wieder ausgemusterte Soldaten die Kinder an den allgemeinbildenden Schulen unterrichten, die dann sukzessiv in Zwergschulen umgewandelt werden. KPS.]
Heute gibt es in Hamburg 48 Berufsschulen, aufgeteilt nach Handels- und Gewerbeschulen entsprechend ihrer kaufmännischen oder handwerklichen Ausrichtung. Von den knapp 60 000 Schülern im Jahr 2001 waren gut 35 000 in der dualen Ausbildung. Der Rest verteilte sich auf so genannte vollzeit-schulische Angebote ohne betrieblichen Anteil: Berufsfachschulen, Fachschulen, Fachgymnasien, die Schulen des Gesundheitswesens und das Berufsvorbereitungsjahr. An den Berufsschulen wird in Abstimmung mit den Betrieben entweder im Teilzeit- oder im Blockunterricht gelernt. pum"

Quelle: Hamburger Abendblatt, "Im Gespräch", 19./20. Juli 2003, Seite 2

Der Lehrerverband DL-H will gegen die Berufsschulreform juristisch vorgehen. DL-H Vorsitzender Arno Becker: "Es handelt sich um ein verfassungswidriges Funktionärsmodell zu Lasten der Schüler." Er kritisiert, dass "WirtschaftsvertreterInnen" (sprich UnternehmerInnen) und nicht die Lehrkräfte im obersten Beschlussorgan der einzelnen BSH die Mehrheit haben. (Hamburger Abendblatt, 28.8.03, Seite 15)

Siehe auch
Berufsorientierung in Hamburg
Privatisierung


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