KESS (= "Kompetenzen und Einstellungen von Schülerinnen und Schülern - Jahrgangsstufe N")
begann als eine
flächendeckende Lernstandsuntersuchung in Klasse 4 der Hamburger
Grundschulen im Jahr 2003, die sich an IGLU-Kriterien orientiert;
zeitgleich mit Erhebungen in Berlin ("Element 4") und Bremen
(?): "Metropolenvergleich".
Untersucht werden folgende Bereiche: Deutsch (Lesen, Rechtschreiben,
Texte verfassen), Mathematik, Sachunterricht und Englisch (Hörverstehen),
Einstellungen der Schülerinnen und Schüler zu schulischem Lernen.
Befragt werden neben den SchülerInnen Schulleitungen, LehrerInnen- und
Eltern (angeblich auf freiwilliger Basis).
Ziel von KESS ist, Aufschlüsse über Lernstände der Schülerinnen und
Schüler am Ende ihrer Grundschulzeit zu gewinnen.
Zeitschiene: Erhebung Juni 2003, Rückmeldung der Ergebnisse an die
Schulen Frühjahr 2004, wissenschaftlicher Abschlussbericht Mitte 2004.
Leiter der Untersuchung: Prof. Dr. Wilfried Bos, Fachbereich
Erziehungswissenschaften, Universität Hamburg.
September 2005: KESS
7 untersucht die "Kompetenzen und Einstellungen von Schülerinnen und
Schülern - Jahrgangsstufe 7". Bei 14.000 SchülerInnen werden die
Lernstände in Deutsch, Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften erforscht.
Damit wird die Erhebung von 2003 KESS 4 fortgesetzt.
"Trotz massiver Benachteiligung der Arbeit der Gesamtschulen durch
Mittelkürzungen und Diffamierungskampagnen ... sind die Ergebnisse der
Hamburger Gesamtschulen wie schon bei PISA E überdurchschnittlich gut.
Insbesondere der Vorsprung der Gesamtschulen gegenüber den Gymnasien, was
gezielte Fördermaßnahmen und -konzepte für bestimmte Schülergruppen betrifft,
aber auch die verschiedenen Formen der Lehrerkooperation sind wichtige Hinweise
darauf, in welche Richtung sich Schule entwickeln muss, um erfolgreich zu sein."
(hlz 08-09/06, Seite 10-12)
KESS als
Kategorie für soziale Belastung
(nicht zu verwechseln mit der Bezeichnung für die Jahrgangsstufe): Schulen der
Kategorie KESS 1 haben die höchste, Schulen der Kategorie 6 die niedrigste
soziale Belastung. (Hamburger Abendblatt, 17.11.06, Seite13)
Die Sozialindizes für die Grundschulen wurden im Rahmen der Untersuchung
„Kompetenzen und Einstellungen von Schülerinnen und Schülern – Jahrgangsstufe
4“ (KESS 4) auf der Basis einer Schüler- und Elternbefragung ermittelt. Definitionen
der Drücksache 18/4461
KESS-Index 1: „stark belastete Lage der Schülerschaft“
KESS-Index 2: „eher stark belastete soziale Lage der Schülerschaft“
KESS-Index 3: „tendenziell belastete soziale Lage der Schülerschaft“
KESS-Index 4: „tendenziell bevorzugte soziale Lage der Schülerschaft“
KESS-Index 5: „eher bevorzugte soziale Lage der Schülerschaft“
KESS-Index 6: „bevorzugte soziale Lage der Schülerschaft“
Die Sozialindizes für die Schulen der Sekundarstufe I wurden auf der Grundlage
der Ergebnisse der im Rahmen der Untersuchung „Aspekte der Lernausgangslage und
der Lernentwicklung – Klassenstufe 9“ (LAU 9) durchgeführten Schüler- und
Elternbefragungen bestimmt. Definitionen der Drucksache 18/4461 .
LAU-Index 1:„stark belastete Lage der Schülerschaft“
LAU-Index 2: „eher stark belastete soziale Lage der Schülerschaft“
LAU-Index 3: „eher gering belastete soziale Lage der Schülerschaft“
LAU-Index 4: „gering belastete Schülerschaft“
Datenherkunft (Befragungen, Statistisches Landesamt Hamburg) und Erhebungskriterien
(„Berücksichtigte Variablen“) sowie die Indices einzelner Schulen finden sich
in der Senats-Drücksache 18/6927 vom 14.09.07 (16 Seiten).
Pressemeldung
der Schulbehörde Hamburg
(bbs, 30.05.2003)
Die Behörde für Bildung und Sport (BBS) führt in der Zeit vom 02. bis 27. Juni
2003 die Untersuchung "Kompetenzen und Einstellungen von Schülerinnen
und Schülern - Jahrgangsstufe 4" (KESS 4) in allen vierten Klassen der
Hamburger Grundschulen durch. An der Untersuchung beteiligen sich fast 640
Klassen mit über 14.000 Schülerinnen und Schülern.
Ziel dieser in Deutschland erstmaligen Untersuchung ist es, Aufschlüsse über die Lernstände zu gewinnen, die alle Schülerinnen und Schüler eines Landes am Ende ihrer Grundschulzeit erreicht haben. Mit diesem Lernprofil gehen sie in die weiterführenden Schulen über. Auch das Verhältnis der Schüler-Leistungen zu anderen Repräsentativerhebungen und zu den Ländern mit einer repräsentativen Stichprobe im Rahmen der kürzlich veröffentlichen IGLU-Studie wird wichtige Erkenntnisse über das Hamburger Grundschulwesen erbringen.
Erhoben werden zum einen die Lernstände in den Fächern Deutsch (Lesen, Rechtschreiben, Texte verfassen), Mathematik, Sachunterricht und Englisch (Hörverstehen), zum anderen die Einstellungen der Schülerinnen und Schüler zu schulischem Lernen. Die gleichzeitige Erfassung schulischer und außerschulischer Rahmenbedingungen durch Schulleitungs-, Lehrer- und Elternfragebögen ermöglicht es, die Ergebnisse genauer zu interpretieren. So werden sie für die gezielte Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit in den jeweiligen Schulen noch nützlicher. Die Datenerhebung bei Eltern ist selbstverständlich freiwillig und unterliegt dem Datenschutz.
Damit ermöglicht "KESS 4" für den Grundschulbereich eine umfassende Bestandsaufnahme und Analyse der Bedingungen für Schul- und Unterrichtsqualität. Bildungssenator Rudolf Lange: "Wir können an den KESS-Ergebnissen die zukünftige Beratung und Unterstützung der Schulen konkreter ausrichten. Ich bitte alle Eltern und Erziehungsberechtigten, am Erfolg der Untersuchung durch Teilnahme mitzuwirken und auch ihre Kinder dazu zu ermutigen."
Wissenschaftlicher Leiter des Projekts ist Professor Dr. Wilfried Bos vom Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universität Hamburg, der auch bei der nationalen IGLU-Studie die Projektleitung innehatte. Die schul- und klassenbezogenen Ergebnisse werden den Schulen im Frühjahr 2004 zurückgemeldet, der wissenschaftliche Abschlussbericht wird Mitte des kommenden Jahres vorliegen. Geplant ist, die Untersuchung am Ende der sechsten Klassenstufe fortzusetzen, um dann über belastbare Daten aus einer bedeutsamen Phase der Schullaufbahn der beteiligten Kinder zu verfügen.
Ähnlich gelagerte Untersuchungen in Berlin und Bremen werden es erlauben, die Grundschulstandards der drei Stadtstaaten in naher Zukunft sinnfällig zu vergleichen.
Quelle: http://fhh.hamburg.de/stadt/Aktuell/pressemeldungen/pressemeldung-2003-05-30-bbs30.html
Pressemeldung: Artikel
Viertklässler
zum Leistungstest
Studie KESS 4 soll den Lernstand der Kinder erfassen - auch Eltern bekommen
Fragebogen.
Von Andreas Burgmayer, Veit Ruppersberg
|
|
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In allen Fächern soll der Lernerfolg der Schüler getestet
werden. |
Lernen
Hamburgs Grundschüler genug? Antwort auf diese Frage erhofft sich die
Bildungsbehörde von einem in Deutschland bisher einmaligen Test. KESS 4 heißt
die am Montag beginnende Untersuchung des Lernstandes aller
Grundschul-Viertklässler. Sie erfasst insgesamt 640 Klassen mit mehr als 14 000
Schülern. Der große Test soll Aufschluss geben, wie Hamburgs Schulunterricht
bei den Schülern fruchtet und was eventuell verbessert werden kann. "Wir
können an den KESS-Ergebnissen die künftige Beratung und Unterstützung der
Schulen konkreter ausrichten", sagt Schulsenator Rudolf Lange (61, FDP).
Neben den Lehrern bekommen auch die Eltern Fragebogen. Damit soll die
Lernsituation zu Hause erkundet werden, zum Beispiel auch die Zeit, die für
Hausaufgaben aufgewendet wird. Vor allem aber stehen die Schüler in der Schule
auf dem Prüfstand. Bis 27. Juni werden ihre Fähigkeiten etwa im Lesen, in
Rechtschreibung, im Begreifen und Verfassen von Texten, im Verstehen von
Englisch, in Mathematik und Sachkunde unter die Lupe genommen. Das Kürzel KESS
4 steht für die amtliche Bezeichnung "Kompetenzen und Einstellungen von
Schülerinnen und Schülern - Jahrgangsstufe 4". "Es ist ein sehr
mutiger Schritt von Hamburg, sich diesem nationalen und internationalen
Vergleich zu stellen", sagt der wissenschaftliche Leiter des Projektes,
Professor Wilfried Bos (50), vom Fachbereich Erziehungswissenschaften an der
Universität Hamburg. KESS 4 sei eine umfassende Untersuchung mit hohem
internationalen Qualitätsstandard. Professor Bos, der auch die internationale
Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) geleitet hat: "Parallel läuft in Berlin
die Studie unter dem Titel Element 4. So wird das Projekt zum
Metropolenvergleich." Es sei nutzlos, Hamburger Schüler "mit denen in
Oberammergau zu vergleichen", wie in nationalen Lernproben geschehen, sagt
Bos. Berliner Schüler lernen dagegen unter vergleichbaren Bedingungen.
Das Projekt vergleiche nicht vulgär die Schule im gesellschaftlichen Brennpunkt
mit der im Nobelvorort. "Das wäre völlig witzlos", sagt Bos. Vielmehr
ergebe sich durch die Einbindung von 250 Schulen erstmals ein repräsentativer
Leistungsvergleich zwischen Schülern, die in sozio-ökonomisch gleichen
Verhältnissen leben.
KESS 4 versucht spielerisch das Wissen der Kinder zu testen. Den Schülern wird
eine spannende Geschichte erzählt. Im Anschluss bekommen sie Fragen gestellt,
die mit den Informationen aus der Geschichte zu beantworten sind. Die
Ergebnisse von KESS 4 werden ausführlich im Frühjahr 2004 an jede Schule
rückgemeldet, der wissenschaftliche Abschlussbericht soll dann Mitte 2004
folgen.
Die Vorsitzende der Hamburger Elternkammer, Sabine Bick (54), begrüßt die
Untersuchung, hätte sich aber eine frühzeitige Information an die Eltern
gewünscht. Bick fordert, dass die Eltern bei der Diskussion der
KESS-4-Ergebnisse an den einzelnen Schulen miteinbezogen werden: "Die
Ergebnisse müssen offen thematisiert werden. Die Schulleitungen dürfen sie
nicht unter Verschluss halten."
Hamburger Abendblatt, erschienen am 31. Mai 2003 in Hamburg
Pressemitteilung. Kritik: Untersuchung sei wirklichkeitsfremd
Lehrerverband:
"Falsche Fragen"
Sehr kritisch beurteilt der Deutsche Lehrerverband Hamburg (DLH) den
Grundschüler-Test. "Das haben sich Wissenschaftler am grünen Tisch
ausgedacht", bemängelt der DLH-Vorsitzende Arno Becker (54). "Das
Sprachniveau der Fragen ist überhaupt nicht schülergerecht." Nach seiner
Ansicht enthält KESS 4 teilweise wissenschaftliche Formulierungen, die an den
Schülern vorbeigingen. Zwar meint der Chef der Lehrergewerkschaft, dass man den
Sachstand erfassen müsse, wenn man die Schulentwicklung nach vorn bringen
wolle. "Doch vorher muss man Kontakt mit den Fachleuten in den Schulen
aufnehmen", empfiehlt Arno Becker. Nach seinem Urteil ist die Untersuchung
auch nicht mit der Realität an den Schulen zu vereinbaren. Gemeint ist das
Lehrerarbeitszeit-Modell. Deshalb befürchtet der DLH-Vorsitzende, "dass
die Ergebnisse für die Katz sind". Die Hansestadt betreibe mit KESS 4
einen "Riesenaufwand mit relativ wenig Effekt". (rup)
Hamburger Abendblatt, erschienen am 31. Mai 2003
Pressemeldung: Artikel: Erste Trends und Tendenzen aus der Untersuchung
Schülertest:
Leistungskluft erschreckend
Die Leistungen der Hamburger Schüler sind schon in der Grundschule extrem
unterschiedlich. Es gibt vierte Klassen, die das Niveau von sechsten fast
erreicht haben. Umgekehrt verharren Gleichaltrige am End der Grundschulzeit auf
der Leistungsstufe, die im Durchschnitt in der zweiten Klasse erreicht wird.
... Die vollständige Auswertung ... wird erst im August vorliegen. ...
"Die besten Hamburger Klassen erreichen IGLU-Spitzenländer wie Schweden,
die schwächsten Klassen haben das Niveau von Argentinien, das ganz unten auf
der IGLU-Skala steht", sagt (Untersuchungsleiter Prof. Wilfried Bos) Aber
auch innerhalb einer Schule gibt es leistungsstarke und -schwache Klassen ...
(wie) bei den Vorgänger-Studien PISA und IGLU (würde sich wieder zeigen), dass
Deutschland der Staat ist, in dem Bildung, Einkommen und Herkunft der Eltern am
stärksten auf die Leistungen der Kinder durchschlagen. ... Bos rät auch Eltern,
sich über das Leistungsniveau der Schulen ihrer Kinder zu informieren ... Aus
Sicht der Schulbehörde ... geht es für die Kollegien darum, Stärken und
Schwächen zu erkennen und bei Defiziten Abhilfe zu schaffen. Die Teilnahmequote
lag bei 96 Prozent der Viertklässler. Die Schulen erhalten auch die Ergebnisse
des Schülerfragebogens mit Angaben zum Thema Schulzufriedenheit und
Lernmotivation. (pum)
Hamburger Abendblatt, 11.05.04, Seite 1 und Seite 12
Pressemeldungen: Ergebnisse (September 2004)
· Gegenüber den 1996 getesteten SchülerInnen gibt es bei Hamburger ViertklässlerInnen 2003 einen Leistungszuwachs im Lesen von etwa einem halben Lernjahr, in Mathematik von sogar etwa einem Lernjahr. Auch in der Rechtschreibung (=Orthografie) haben sie sich verbessert. Die Hamburger Leistungen sind auf den Niveau des Bundesdurchschnitts.
· Bei den Leseleistungen gibt es kaum Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen. Hier ist Hamburg mit Baden-Württemberg sogar Weltspitze.
· Auf insgesamt deutlich gehobenem Niveau gibt es in allen Testbereichen gravierende Unterschiede zwischen einzelnen Schulen und Klassen, auch unter vergleichbaren Bedingungen.
· Trotz schlechter sozialer Ausgangslage haben ca. 50 Schulen gut abgeschnitten, 40 andere bleiben trotz guter Bedingungen zurück.
· Hamburger GrundschülerInnen liegen im Kompetenzbereich Lesen im Bundesdurchschnitt. Leicht unterdurchschnittlich ist dagegen das Abschneiden im Rechtschreibtest.
· Die Leistungen in Mathematik und in Naturwissenschaften liegen im Bundesdurchschnitt.
· Auch in Hamburger Grundschulen bestätigt sich der enge Zusammenhang von sozialer Herkunft und Schulleistungen. Migrantenkinder fallen hinter ihre Klassenkameraden zurück.
· Der Anteil der GrundschülerInnen mit erheblichen Lernrückständen im Leseverständnis ist mit 11,9% im Vergleich zum Bundesschnitt etwas überdurchschnittlich. Unzureichend ist auch der weit unterdurchschnittliche Anteil an Spitzenleistungen (13,3% in Hamburg gegenüber 18,1% im Bundesschnitt).
· Hamburgs ViertklässlerInnen stehen überdurchschnittliche viele zusätzliche Lehrkräfte für Förderaufgaben zur Verfügung.
· Die Schulbibliotheken sind im nationalen und internationalen Vergleich überdurchschnittlich ausgestattet.
· 80% der SchülerInnen haben Zugang zu einem PC, bundesweit nur 61%.
Newsletter Schule der SPD-Fraktion vom 4.9.04, Hamburger Abendblatt 4./5.9.04, Seite 13
KESS 7: Ergebnisse (Juni 2006)
KESS
7 zeige, „dass die Hamburger Schülerinnen und Schüler nach 5 Jahren CDU-Politik
weniger lernen als vorher.“ Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Das
gegliederte Schulsystem funktioniere nicht. Ein Drittel bis ein Viertel der
Gymnasiasten seien auf Hauptschulniveau und umgekehrt. Christa Goetsch (GAL)
„Die Schülerinnen und Schüler sind nicht nach Leistung, sondern nach sozialer
Herkunft auf die Schulformen verteilt. Das System ist unsozial und ungerecht.“
Der Versuch, durch Vergleichsarbeiten eine Standardsicherung zu erreichen, sei
vor allem mit Blick auf die Vergleichsarbeiten in Klasse 6 der Gymnasien völlig
gescheitert. Die Gymnasien hätten aus den Vergleichsarbeiten keine Konsequenzen
gezogen und die leistungsschwächeren Schüler behalten, aber nicht gefördert. Zu
befürchten sei, wie von Schulforscher Prof. Bos auf einer Pressekonferenz
angedeutet, dass die Gymnasien diese Schülerinnen und Schüler verstärkt nach
Klasse 7 und 8 abschulen werden. Spätestens dann werde die viel beschworene
Durchlässigkeit zwischen den Schulformen wieder zur Einbahnstraße in Richtung
Haupt- und Real-Schulen.
Das angestrebte Ziel der Stärkung der Diagnosefähigkeit der Lehrerinnen oder
der Stärkung der Hauptschule würde deutlich verfehlt.
„Mit Kess 7 zeigt sich, dass sich der Abbau von 700 Lehrerstellen, die
flächendeckende Vergrößerung der Klassen, die Kürzung bei den integrierten
Systemen (IHR und Gesamtschulen!), die Einführung von Pseudo-Ganztagsschulen im
Zusammenhang mit der Unterrichtsverdichtung durch die verkürzte Schulzeit sich
negativ auf den Lernerfolg auswirken.“
Die Leistungszuwächse an Haupt- und Realschulen sowie Gesamtschulen sind noch
etwas größer als an Gymnasien.
Newsletter Schule der GAL-Bürgerschaftsfraktion, 29.6.06, Hamburger Abendblatt, 1./2.07.06, Seite 12, Hamburger Abendblatt, 8.6.10, Seite 14 (eine Gesamtübersicht)
KESS 7 (2006)
GEW
Hamburg: „Das Scheitern der Schulpolitik der CDU Regierung – KESS 7 Die Studie
»Kompetenzen und Einstellungen von Schülerinnen und Schülern – Jahrgangsstufe
7«, durchgeführt im Auftrag der BBS von Prof. Wilfried Bos (IFS Dortmund) und
anderen, sorgt für Alarm in der Schulbehörde“
Artikel: http://gew-hamburg.de/hlz/0806/KESS.htm
(hlz 08-09/06, Seite 10-12)
KESS 8 (2009)
Nach
den Jahrgängen 4 und 7 wurden 2007 knapp 14 000 Schüler und Schülerinnen
des Jahrgangs 8 getestet.
Die Längsschnittstudie untersuchte die Kompetenzen im
Leseverständnis, in Mathematik, Englisch, der Orthografie
(= Rechtschreibung) und in den Naturwissenschaften.
Alle Schüler haben Fortschritte gemacht, allerdings sind die der Mädchen
größer. Im Lesen, einer Mädchendomäne, konnten sie den Abstand zu den Jungen
verdoppeln, und selbst in den Naturwissenschaften holten sie gegenüber den
Jungen auf, gleichen den Rückstand fast aus.
Gravierend sind die Probleme von Hauptschülern, der Jungen mit
Migrationshintergrund und der Kinder aus sozial schwachen Familien.
In der Schullaufbahnempfehlung liegen die GrundschullehrerInnen teilweise
falsch: Von den Gymnasiasten ohne Gym-Empfehlung besuchen nach Ende der 8.
Klasse noch 66,6% die Schule ihrer Wahl, von den Schülern mit Empfehlung sind
es immerhin noch 95%. (Hamburger Abendblatt, 16.4.2010, Seite 13)
Das bestätigt aber nicht die Wichtigkeit des Elternwahlrechts, sondern nur,
dass zu früh selektiert wird, denn die Lehrkräfte der Grundschulen geben ihre
Empfehlungen im Auftrag der Schulbehörde fachlich abgesichert nach besten
Wissen und Gewissen ab.
Durch längeres gemeinsames Lernen werden also sogar am Gymnasium Schüler
gefördert. Durch längeres gemeinsames Lernen sollten aber alle Schüler
gefördert werden.
Link der Hamburger Schulbehörde www.schulreform.hamburg.de/aktuell/nofl/2215710/2010-04-19-bsb-kess-8.html
KESS 10 und 11 (2009 / September 2011)
Der erste Teil der Untersuchung bildet noch das dreigliedrige System und das integrierte System der Gesamtschulen ab, der zweite Teil bezieht sich bereits auf das Zwei-Säulen-Modell aus Stadtteilschulen und Gymnasien. 13 300 SchülerInnen nahmen teil, das entspricht einer Quote von 81%. Vor vier Jahren ließen die Mädchen die Jungen in der Leistung weit hinter sich. Dieser Trend konnte gestoppt werden, die Jungen haben leicht aufgeholt. Allerdings liege das daran, so Schulsenator Ties Rabe (SPD), dass die schwachen Jungen inzwischen abgegangen seien. In Englisch liegen Hamburgs Schüler an der Spitze, in Naturwissenschaften schnitten sie dagegen „katastrophal“ (Schulbehörde) ab. Der Spitzenplatz sei auf die verdichtete Unterrichtszeit an den G-8-Gymnasien zurückzuführen. Vor allem Mädchen interessieren sich nicht für Naturwissenschaften. Der verdichtete Unterricht habe hier keinen positiven Effekt gezeigt, und die Hälfte der SchülerInnen von Real- und Gesamtschulen sei gegenüber der letzten Erhebung hinter die Durchschnittsleistung zurückgefallen. Der Senator sieht hier ein „Lehrplanproblem“ - einige Fächer würden zu unregelmäßig gelehrt. Positiv sei, dass gegenüber einer Studie vor sieben Jahren 68% mehr Jugendliche Klasse 11 besuchen. In der Oberstufe gebe es eine große Leistungsstreuung. Ein Viertel der Oberschüler habe große Mühe, das Abitur zu schaffen. Der Senator überlegt daher, ob solchen Schüler vor der Abschlussprüfung eine Ausbildung angeboten werden sollte. (Hamburger Abendblatt, 17./18.09.11, Seite 7)
Waxmann Verlag: Erste Ergebnisse aus Iglu, Wilfried Bos, Eva Maria Lankes
KESS-Studie ( Kompetenzen und Einstellungen von Schülerinnen und Schülern- Jahrgangsstufe 4)
2.-27.6.2003 führte die Behörde für
Bildung und Sport (BBS) die Kess-Studie in allen 4ten Klassen der öffentlichen
Hamburger Grundschulen durch (Gesamterhebung).
An den Untersuchungen beteiligen sich 263 Schulen, 640 Klassen, ca. 14.000
Schüler.
Beteiligte:
Schüler, Lehrer, Schulleitung, Eltern, DPC Data Processing Center Hamburg,
Universität Hamburg Erzwiss. Institut für Internationale und interkulturelle
vergleichende Erziehungswissenschaft, Behörde für Bildung und Sport,
Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Kess-Projektleiter
Markus Pietsch,
wissenschaftlicher Leiter ist Professor. Dr. Wilfried Bos
Ziel der Untersuchung:
Die Kess-Studie soll Aufschluss über die Lernstände der Schülerinnen und
Schüler am Ende ihrer Grundschulzeit geben, mit denen sie dann an die
weiterführenden Schulen kommen. Kess soll dabei nicht nur reine Wissensabfrage
sein, sondern auch die Kompetenzen messen: " Kompetenz meint in diesem
Fall mehr als nur die Kenntnis über die Grundrechenarten oder das fehlerfreie
Diktat, wir befragen Eltern nach den Unterstützungssystemen zu Hause, wir
befragen die Schüler nach ihren Interessen, die Lehrer nach ihrem Unterricht.
Alles zusammen wird ein komplexes Bild geben." Wilfried Bos
Die Behörde für Bildung und Sport orientiert sich bei Kess an den Untersuchungen 1996 "LAU" Lernausgangslagenuntersuchung und "IGLU" Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung.
Die Kess-Studie soll somit den teilnehmenden
Lehrern die Möglichkeit bieten, Vergleiche ziehen zu können.
Getestet werden die Fächer Deutsch (Lesen, Rechtschreiben, Texte verfassen),
Mathematik, Sachunterricht und Englisch ( Hörverstehen), außerdem werden die
Schülerinnen und Schüler zu ihren Einstellungen zur Schule/ Unterricht also zum
schulischen Lernen befragt. Das gleichzeitige Erfassen schulischer und
außerschulischer Rahmenbedingungen durch Schulleitungs- Lehrer- und
Elternfragebögen ( sozial/ ökonomischer Hintergrund) ermöglicht es, die
Ergebnisse genauer zu interpretieren. Es soll die Lernsituation zu Hause
erkundet werden, z.B. auch die Zeit, die für Hausaufgaben aufgewendet wird.
"Kess 4" ermöglicht eine umfassende Bestandsaufnahme und Analyse der
Bedingungen für Schul- und Unterrichtsqualität und kann für die gezielte
Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit in den jeweiligen Schulen genutzt
werden. Das Projekt vergleicht dabei Schulen aus Stadtteilen mit ähnlicher
sozialer Zusammensetzung: "Eine Schule aus Wilhelmsburg weiß auch so,
dass das Niveau in Blankenese höher ist, wichtig sei es für sie aber, zu
wissen, wie die Lernstände an Schulen in anderen sozialen Brennpunkten seien."
Wilfried Bos
Durch die Kess-Studie, kann nach Wilfried Bos,
das Niveau der Grundschulen in Hamburg mit denen anderer Bundesländer
verglichen werden. In IGLU waren nur zwei Hamburger Schulen mit einbezogen, was
einen Vergleich unmöglich machte. Parallel zur Kess-Studie in Hamburg wird die
Studie "Element4" in Berlin durchgeführt, Ende des Jahres sollen die
beiden Städte dann im Metropolenvergleich analysiert werden ( die Kinder in beiden
Städten lernen unter vergleichbaren Bedingungen).
Rückmeldung der Ergebnisse an die Schulen im Frühjahr 2004,
wissenschaftlicher Abschlussbericht Mitte 2004
Es ist geplant, die Untersuchung am Ende der 6ten Klassenstufe fortzusetzen (
Längsschnittstudie alle zwei Jahre), um dann über Daten aus einer wichtigen
Phase der Schullaufbahn der beteiligten Kinder zu verfügen.
Praxis, Durchführung:
Das Bearbeiten der Schulleistungstests und die Beantwortung der Fragebögen finden
an zwei aufeinander folgenden Tagen in der Klasse statt. Am ersten Tag dauert
der Test ca. 3 Unterrichtsstunden und wird von externen Testleitern
durchgeführt ( geschult vom DPC).
Aufgaben: Test zur Erfassung der kognitiven
Grundfähigkeiten, Leseverständnis- und einen Mathematiktest, anschließend
bekommt eine Hälfte der Kinder Aufgaben aus dem Bereich des Sachunterrichts,
während die andere Hälfte einen Englisch-Hörverstehenstest durchführt. Am Ende
steht dann der Schülerfragebogen.
Am zweiten Tag beträgt die Testzeit ca. zwei Unterrichtsstunden und wird vom
Klassenlehrer durchgeführt.
Aufgaben: Rechtschreibtest, zweiter Schülerfragebogen, schriftliche
Textaufgabe.
Die Teilnahme an den Schulleistungstests ist gemäß §3 des Hamburgischen Schulgesetzes für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend.
Für das Ausfüllen des Schülerfragebogens ist die schriftliche Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten erforderlich.
Die Testsituation wird durch weiteres Personal
kontrolliert, damit eine Vergleichbarkeit gegeben ist.
Der Test ist so konzipiert, dass nur die Hälfte der Aufgaben für einen
durchschnittlichen Schüler möglich ist. Datenauswertung, Rückmeldung der
Ergebnisse:
Die Erhebung aller Daten und deren Auswertung
erfolgen anonym. Um dennoch die Daten der beteiligten Lehrer und Schüler
eindeutig zuordnen zu können, werden die Testhefte und Fragebögen mit einem
individuellen Code versehen ( namentliche Identifizierung ausgeschlossen).
Professor, Dr. Wilfried Bos wird die Auswertung und die Berichterstattung
vornehmen.
Die Dateneingabe und –aufbereitung für die Auswertung leistet das IEA Data
Processing Center Hamburg (Testvorbereitung, Datenerfassung, Schulung der
Testleiter).
Die schul- und klassenbezogenen Ergebnisse werden den Schulen im Frühjahr 2004
zurückgemeldet, der wissenschaftliche Abschlussbericht wird Mitte des kommenden
Jahres vorliegen. Die Rückmeldungen erfüllen insbesondere folgende Funktionen:
• Die Schulen können auf Grund der Ergebnisse die Schwerpunkte ihres
Schulprogramms im Hinblick auf die besonderen Merkmale ihrer jeweiligen
Schülerschaft überprüfen und ggf. weiterentwickeln.
• Mit den schul- und klassenbezogenen Rückmeldungen erhalten die Schulen
konkrete Hinweise für die Gestaltung des Unterrichts in den verschiedenen
Fächern ( didaktisch/curriculare Schwerpunktsetzungen).
• Die individuellen Ergebnisrückmeldungen an die Lehrkräfte geben Hinweise und
Anregungen zur Reflexion des eigenen Unterrichts.
• Aus den klassen- und schulübergreifenden Ergebnissen der Studie können
allgem. Schlussfolgerungen für die Weiterentwicklung der Hamburger Grundschulen
abgeleitet werden (z.B. Bereich der Förderung besonderer Schülergruppen,
Fortbildungsangebot).
KESS- Studie
Simone Ringel Matrikel-Nr. 5313981
Die Auswertung bei KESS (Kompetenzen und Einstellung von Schülerinnen
und Schülern) wird wie bei IGLU (Internationale Grundschul-
Lese- Untersuchung) mit Kompetenzstufen durchgeführt. Dieses
erleichtert die Vergleichbarkeit der verschiedenen Studien.
Kompetenzstufen:
I Rudimentäres schulisches Anfangswissen Beispiel-
Aufgabe: Kopfrechnen (nur Ergebnis hinschreiben) 37+13=_______
II Grundfertigkeiten zum Zehnersystem, zur ebenen Geometrie und zu Größenvergleichen
Beispiel- Aufgabe: Welche Zahl ist das:
2 Einer + 4 Zehner + 3 Hunderter + 50 Tausender?
° 5 342
° 50 342
° 53 420
° 243 050
° 503 420
III Verfügbarkeit von
Grundrechenarten und Arbeit mit einfachen Modellen
Beispiel- Aufgabe: Dies ist ein Kalender für den August 2001.
AUGUST
|
So |
Mo |
Di |
Mi |
Do |
Fr |
Sa |
|
|
|
|
1 |
2 |
3 |
4 |
|
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
11 |
|
12 |
13 |
14 |
15 |
16 |
17 |
18 |
|
19 |
20 |
21 |
22 |
23 |
24 |
25 |
|
26 |
27 |
28 |
29 |
30 |
31 |
|
Marias Geburtstag ist am Donnerstag, dem 2. August.
Genau 3 Wochen später will sie eine Reise beginnen. An welchem Datum will sie
verreisen?
° 16. August
° 19. August
° 21. August
° 23. August
° 30. August
IV Beherrschung der Grundrechenarten,
Bewältigung von Aufgaben der räumlichen Geometrie und begriffliche
Modellentwicklung
Beispiel- Aufgabe: Dieses Bild zeigt einen Würfel.
(im Original: Abbildung eines Würfels der "blickdicht" ist, die
durch Seiten verdeckten Kanten sind nicht zu sehen; eine Kante ist markiert)
Wie viele Kanten hat der Würfel insgesamt?
A. 6
B. 9
C. 12
D. 24
V Problemlösen bei Aufgaben mit
innermathematischem oder außermathematischem Kontext
Beispiel- Aufgabe: 10 Liter Kakao werden in kleine Flaschen von je einem
Viertel Liter Inhalt gefüllt. Wie viele Flaschen werden voll?
Antwort:__________________
Platz zum Ausprobieren und Rechnen:
Gruppenarbeit:
Die von dem Seminar vor einigen Wochen erarbeiteten Merkmale des Entdeckenden
Lernens sollen auf drei Beispiel- Aufgaben aus der IGLU- Studie, welche ja auch
in der KESS- Studie verwendet werden , bezogen werden. Die Fragestellung ist
dabei, inwieweit werden die Aufgaben den Punkten und damit dem Entdeckenden
Lernen gerecht?
Definition "Entdeckendes Lernen" vom
Seminar:
- Selbständiges Lernen
- Verknüpfung von Altem und Neuem
- Gelenkte Entdeckung
- Offene Herangehensweise
3 Gruppen:
|
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
|
11 |
12 |
13 |
14 |
15 |
16 |
17 |
18 |
19 |
20 |
|
21 |
22 |
23 |
24 |
25 |
|
|
|
|
|
Dies ist ein anderer Ausschnitt aus derselben Hundertertafel. Welche Zahl muss in das Kästchen mit dem Fragezeichen?
|
43 |
|
|
53 |
|
|
|
? |
° 34
° 44
° 54
° 64
Ergebnisse der Gruppenarbeit
Da wir während der Seminarsitzung nicht mehr zu der Gruppenarbeit gekommen sind
werden im Folgendem nur die Ergebnisse unser Referatsgruppe aufgeführt. Im
Allgemeinen ist zu sagen, dass die Aufgaben alle nur eine richtige Lösung
zulassen, da es sich ja um einen Test handelt. Außerdem ist es schwer Aufgaben
zu beurteilen, wenn man den Kontext nicht kennt in dem sie gestellt werden oder
wenn es sich wie hier um einen Test handelt. Wir haben es dennoch versucht.
Quelle: http://www.gebert-hh.de/seminar/MAU_EL_03_04/KESSreferat%20Mau.pdf
Siehe auch
Sozialindex