Lesen      

lesen sammeln, aufheben, abpflücken (Weinlese = Trauben ernten, einsammeln), daraus bildlich: etwas Geschriebenes erfassen, indem wir die einzelnen Buchstaben zu sinnvollen Wörtern und Sätzen zusammensetzen (=einsammeln) und geistig in uns aufnehmen, goth. lisan, angels./althochd. lesan sammeln, schwed. läsa, dän. läse, lat. legere, sammeln, lesen, griech. legein, sammeln, auslesen, darlegen, sagen, indoeurop. legh-
Ursprünglich: Die mit eingekerbten Runen (=Buchstaben des Fuþark/Futhark = ᛓᚢᚦᚨᚱᚲ) versehenen Stäbchen (aus Buchenholz), die beim Loswerfen ausgestreut wurden, auflesen, zusammenstellen und deuten.
„Quis leget haec?“ (=Wer soll das (alles) lesen?) (Persius Aulus Flaccus, 34-62 n.Chr., »Satirae« 1,2, über zu viele und unnütze Bücher)
„Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben, über die Sterne.“ (Jean Paul, 1763-1825)

 

Wenn Jungen nicht lesen wollen

Mainz (dpa/gms) - Während viele Mädchen schon mit zwölf dicke Romane verschlingen, sitzen Jungen eher ausgiebig vor dem Computer. Doch geringe Lesekompetenz führt schnell zu schlechteren Schulnoten und damit zu geringeren Bildungschancen.

Jungen stellen die Mehrheit der Legastheniker und Sitzenbleiber, argumentiert zum Beispiel die Autorin Katrin Müller-Walde. In der Schule falle es ihnen schwerer, sich einzuordnen; Ärzte attestierten ihnen dreimal so häufig wie Mädchen das Zappelphilipp-Syndrom ADS. All das hat nach Überzeugung vieler Leseforscher auch mit dem Leseverhalten zu tun.

Eine Begleituntersuchung zur PISA-Studie ergab, dass 26 Prozent der 15-jährigen Mädchen "nicht zum Vergnügen" lesen. Bei den Jungen im gleichen Alter sind es 52 Prozent. Entsprechend schlecht schneiden deutsche Jugendliche beim Thema Lesekompetenz ab, gerade die männlichen.

Das ist Müller-Walde zufolge nicht zuletzt die Schuld von Eltern und Lehrern: "Jungen wollen lesen, auch wenn sie es nicht immer zugeben", lautet eine ihrer Kernthesen. Entscheidend sei, ihnen in der "Leselustlernphase" die richtigen, passenden Texte zu geben. Moderne Kinder- und Jugendbücher stehen bei manchen Eltern allerdings im Ruf, eher "zweitklassig" zu sein, befürchtet Christoph Schäfer, Sprecher der Stiftung Lesen in Mainz.

Die Auswahl an Kinder- und Jugendbüchern ist groß: "In Deutschland erscheinen jedes Jahr rund 5000 Titel", sagt Susanne Ziemer von der Arbeitsgemeinschaft der Jugendbuchverlage in Stuttgart. Leserforscher haben beim Lektüreverhalten von Kindern und Jugendlichen dennoch zwei "Leseknicks" festgestellt: Der erste Einbruch lässt sich im Alter zwischen 8 und 10 Jahren feststellen - die Lust am Lesen nimmt dann spürbar ab. Der zweite fällt in die Pubertät. Zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr geht noch einmal Leselust verloren.

Dass ausgerechnet Jungen dann keine Lust mehr auf Lesen haben, liegt auch daran, dass sie in der Schule und zu Hause mit Büchern zu tun haben, die sie nicht spannend finden: "Jungen interessieren sich weniger für Geschichten als für Themen", sagt Christoph Schäfer. "Für sie ist dann weniger entscheidend, ob es ein Sachbuch oder ein Roman ist", erklärt der Experte. Im Unterricht würden aber fast nur belletristische Texte gelesen, für die sich Mädchen viel leichter begeistern können. Science Fiction, Fantasy, Comics und Mangas, die bei Jungen oft angesagt sind, spielen in der Schule kaum eine Rolle.

Eltern, die ihre Söhne zum Lesen motivieren möchten, sollten akzeptieren, dass sie andere Interessen haben als Mädchen. Oft zeige sich das schon im Vorschulalter: "Jungen finden Sachthemen spannend", sagt Susanne Ziemer. "Sie mögen Bücher über Autos, Maschinen, alte Kulturen, Ritter oder Dinosaurier."

Literatur:
Susanne Gaschke:
Hexen, Hobbits und Piraten - Die besten Bücher für Kinder, DVA, ISBN 3-421-05668-4, 19,90 Euro;
Katrin Müller-Walde:
Warum Jungen nicht mehr lesen - und wie wir das ändern können, Campus, ISBN 3-593-37582-6, 19,90 Euro.

Informationen:
Stiftung Lesen
Römerwall 40
55131 Mainz
Tel.: 06131/28 89 00,
Fax: 06131/23 03 33,
E-Mail: Mail@StiftungLesen.de

www.stiftung-lesen.de

Quelle: www.gmx.net/....

 

Stiftungsgeschäftsführer: 42 Prozent der Kinder lesen freudlos

Mainz (dpa) - Spannung, gedankliches Miterleben und der unbedingte Drang, wissen zu wollen, wie es weitergeht: Für viele Kinder hat das Lesen diese verlockenden Attribute nicht.

"42 Prozent der Kinder und Jugendlichen lesen nicht aus Spaß", sagte der Geschäftsführer der Stiftung Lesen (Mainz), Heinrich Kreibich, mit Verweis auf jüngste Umfragen. Schuld an der Unlust am Lesen sei auch die falsche Auswahl von Büchern, sagte Kreibich im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Mainz - einen Tag vor dem UNESCO-Welttag des Buches an diesem Samstag (23. April).

"Kinder wollen Lesestoff über eine emotionale Nähe erfahren", sagte Kreibich. "Eltern sollten daher beim Buchkauf nicht versuchen, das Lesen zu überpädagogisieren." Auslöser für Lesefreude sei, dass ein Kind Spaß am Inhalt des Buches hat, deshalb sollten Eltern immer zunächst überlegen, was ihr Kind interessiert und womit es sich gern beschäftigt. "Selbst wenn ihnen das Thema dann noch so abwegig erscheint, zahlt es sich am Ende aus, lieber dazu ein Buch zu schenken, als eines, das die Kinder ungern lesen", sagte Kreibich.

Der Stiftungsgeschäftsführer verwies zudem darauf, dass Eltern auch nach der Einschulung ihrer Kinder nicht mit dem Vorlesen aufhören sollten. Für Leseanfänger, die sich den Text erarbeiteten, sei die emotionale Begeisterung geringer als beim Vorlesen. Laut einer Erhebung im Auftrag des Statistischen Bundesamtes werde bereits in zwei Dritteln aller Haushalte mit Kindern bis zu zehn Jahren gar nicht mehr vorgelesen. Dies sei fatal für die Lesemotivation und die spätere Mediennutzung insgesamt. "Die Liebe zum Buch entsteht auf dem Schoß des Vaters oder der Mutter", sagte Kreibich.

Quelle: www.gmx.net/ ...

 

Veralteter Deutschunterricht raubt Kindern Lust am Lesen

Erfurt (dpa) - Veraltete Methoden und falsche Bücher im Deutschunterricht rauben Kindern nach Ansicht der Erfurter Erziehungswissenschaftlerin Karin Richter die Lust am Lesen. "Das Angebot an Büchern steht den Wünschen der Grundschüler komplett entgegen".

Die Autorin hat für die Studie "Lesemotivation in der Grundschule" 1188 Schüler der zweiten bis vierten Klassen befragt. Die repräsentative Untersuchung ergab, dass die Freude der Kinder am Deutschunterricht von der zweiten zur vierten Klasse deutlich sinkt. "In der zweiten Klasse hatten noch zwei Drittel der Mädchen und immerhin die Hälfte der Jungen Spaß am Fach Deutsch. Zum Ende der Grundschulzeit sank die Begeisterung bei den Mädchen auf 40 Prozent, bei den Jungen sogar auf 28 Prozent", sagte die Expertin für literarische Erziehung. Initiativen wie "Deutschland liest vor", "Zeitung in der Schule" und der Welttag des Buches (23. April) dürften angesichts dieser Ergebnisse nicht einzelne Kampagnen bleiben.

Kinder würden gern Abenteuergeschichten lesen, müssten sich aber in der Schule oftmals mit Texten auseinander setzen, die sich mit einer ihnen nicht gefallenden Realität beschäftigen. "Harry Potter statt realistischer Kinderromane sollte in die Schulen Einzug halten", sagte Richter. So könnten Kinder erleben, dass es sich lohne, die Kulturtechnik des Lesens zu beherrschen. Außerdem müsse wieder mehr vorgelesen werden. "Das Zuhören beim Erzählen und Lesen von Geschichten motiviert die Kinder besonders stark, selbst zu lesen." Werde der Genuss des Lesens von Kindern nicht erfahren, präge sich das Bedürfnis, selbst zum Buch zu greifen, nicht aus.

Die Mädchen und Jungen vermissen auch das Gespräch über das Gelesene. "Das Bedürfnis, sich mit Eltern, Freunden und Lehrern über die Geschichten und Botschaften auszutauschen, wird bei weitem nicht befriedigt", sagte die Forscherin. Stattdessen würden Inhalte von Lehrern verkürzt, um die Kinder auf eine Aussage oder eine Moral hin zu drängen.

Quelle: www.gmx.net/ ...

 

Lesepate
werden: boehm@leseleo.de

 

Links
www.alphabetisierung.de, Bundesverband Alphabetisierung e.V.
www.literaturportal.de, das erste deutsche Internetportal für deutsche Literatur
"Gedichte für Wichte", Literaturkontor, Bismarckstr. 82, Hamburg, Tel. 67 95 65 07 www.buchstart-hamburg.de,
www.childs-horizon.de, die kostenlose "BücherBox"
Kinderbibliothek Hamburg (kibi), Am Hühnerposten 1, Tel. 42 60 62 06 www.buecherhallen.de,
Kinderbuchhaus im Altonaer Museum, Museumstr. 23, Hamburg, Tel.42 81 35 15 43, www.kinderbuchhaus.de,
Kinder-Leseclub Ida-Ehre in der Ida-Ehre-Gesamtschule, Mi,Fr ab 15 Uhr, Schlankreye 24, Hamburg
www.leseclub-hamburg.de,
www.lesen-in-deutschland.de
Nutzung von Schulbibliotheken und Leseverhalten
www.lesen-weltweit.de/zeigen.html?seite=8995
www.unesco.de/buendnis_alphabetisierung.html

Portal "Lesen Weltweit - Reading Worldwide"
www.lesen-weltweit.de
www.reading-worldwide.de
http://wiki.bildungsserver.de/Reading-worldwide

 

Siehe
Grammatik
Legasthenie
Literaturlisten
Rechtschreibung
Schulbibliotheken
Schreiben
Sprachförderunterricht

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