Schullaufbahn-Empfehlung der Grundschule
Nützlich, eine Hilfe oder sinnlos, weil eine solche Prognose in dieser frühen Phase der Schullaufbahn noch gar nicht möglich ist?
Auf
dem Einschätzungsblatt, das die Hamburger Schulbehörde den Grundschulen
2010/2011 an die Hand gibt, stehen nach einer ausführlichen Kompetenzanalyse am
Ende folgende Worte.
„Die Schülerin / der Schüler wird voraussichtlich dem Lerntempo und den
Anforderungen des achtjährigen Gymnasiums gewachsen sein. Ja.
Der Schülerin / dem Schüler wird empfohlen, die Stadtteilschule zu besuchen;
diese bietet neben dem ersten auch den mittleren Schulabschluss sowie in einem
neun-jährigen Bildungsgang das Abitur. Ja.“
Jeweils nur eine Aussage ist anzukreuzen. Das ist tendenziös und benachteiligt
die Stadtteilschulen, selbst wenn man eine solche Empfehlung für richtig hält.
Die Stadtteilschule ist eine Schule für alle. Daher sollte die Empfehlung, das
Kind dort anzumelden, an erster Stelle stehen und bereits vorangekreuzt sein,
denn jedes Kind kann dorthin gehen. Die Gymnasiumsempfehlung ist dann die Abweichung
von dieser Regel.
Die Politiker in Hamburg streiten sich über die schriftliche Schullaufbahn-Empfehlung am Ende der 4. Klasse. Grüne, Linke und die Elternkammer wollen sie abschaffen, sie sei überflüssig und führe zu einer „Zwei-Klassen-Gesellschaft“, in vielen Fällen sei eine Prognose auch gar nicht möglich. Die regierende CDU will sie beibehalten, und die SPD weiß gar nicht, worum gestritten werde. Die Eltern wollten doch nur eine eindeutige Aussage der Schulen zur Schullaufbahn ihrer Kinder. Im August 2010 war der Schulausschuss der Bürgerschaft, in dem alle Parteien sitzen, noch darin einig gewesen, sie abzuschaffen. (Hamburger Abendblatt, 20.01.11, Seite 13)
Siehe auch das Stichwort
Grundschule