Sitzenbleiber – Sitzenbleiben – Wiederholer – Wiederholen
„Och,
lütt Hein mag nich mehr lewen. He is wedder backen blewen …“ (Gedicht von
Hermann Claudius, gar nicht lustig, vollständiger Text am Ende dieser Seite)
In Hamburg wird Sitzenbleiben abgeschafft: Die Kosten für Klassenwiederholungen, Abschulungen und Schulformwechsel (21 Mio. € im Jahr) sollen in die Förderung der SchülerInnen gesteckt werden. Anreiz für die Schulen: Wiederholer werden nicht mehr auf die Gesamtschülerzahl angerechnet, aufgrund derer den Schulen Lehrerstellen zugewiesen werden. (Hamburger Abendblatt, 17.9.08, Seite 15)
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Sitzenbleiben lieber bleiben lassen? Bildung: Fachministerin Schavan will an „Ehrenrunden“ festhalten. „Relikt aus der pädagogischen Mottenkiste“ nennen es die einen, notwendiges letztes Sanktionsmittel die anderen. BERLIN/HAMBURG - Welchen Sinn hat das Sitzenbleiben in der Schule? Der Streit um die Förderung und die Versetzung von schwachen Schülern in Deutschland geht quer durch die Kultusministerien und die Bildungslandschaft. Der neue Vorstoß von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU), am althergebrachten Sitzenbleiben festzuhalten, erntet viel Kritik, aber auch Zustimmung. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will das Sitzenbleiben durch mehr Schülerförderung „soweit es geht überflüssig machen“. Die GEW-Vizevorsitzende Marianne Demmer kritisierte Schavan und sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wer wie sie das Sitzenbleiben als ,Disziplinierungsmittel' verteidigt, hat von der Schulpraxis keine Ahnung und vertritt pädagogische Ansichten aus der Zeit der Prügelpädagogik.“ Etwas weniger drastisch nannte die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz der Länder, Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD), das Sitzenbleiben ein „Relikt aus der pädagogischen Mottenkiste“. Das sagte Erdsiek-Rave jüngst bei der Vorstellung des Bildungsberichtes. Von der ersten bis zur 13. Klasse bleiben jährlich 252 000 Schüler sitzen. Das sind 2,8 Prozent aller neun Millionen Schüler in Deutschland - zuviel im internationalen Vergleich, meint Erdsiek-Rave. In Hamburg bleiben 2,4 Prozent (3887) aller Schüler sitzen. Die wenigsten Sitzenbleiber hat Baden-Württemberg (1,9 Prozent), die meisten Bayern (4,1). Schavan sagte in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, die Quote sei tatsächlich viel zu hoch. Trotzdem wolle sie am Sitzenbleiben festhalten: „Man kann Lehrern nicht dieses Sanktionsmittel nehmen, die Ultima ratio. Damit würde die Politik zum Autoritätsverfall der Lehrer beitragen.“ Auch Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider hält es „nicht für zielführend“, das Sitzenbleiben abzuschaffen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sagte dagegen, durch das Wiederholen von Klassen „werden Anreize und Motivation genommen, weiterzulernen“. Hessens Kultusministerin Karin Wolff (CDU) glaubt, dass das Wiederholen einer Klasse die Ausnahme bleiben solle: „Wir werden es bestimmt nicht abschaffen. Aber wir müssen alles tun, um Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben“, sagte Wolff der „Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen“. ryb, dpa Hamburger Abendblatt, 12.06.06, Seite 2
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Wer Selektion befürwortet, wird wohl auch das Sitzenbleiben
für richtig und notwendig halten.
Ein entwickeltes integratives System kommt ohne Sitzenbleiben aus.
Als Sanktions- oder Disziplinierungsmittel ist Sitzenbleiben aber in jedem Fall
ungeeignet, allein schon deshalb, weil es nur einmal im Jahr möglich ist. Auch
darüber, ob Sanktionsmittel in der
Schule überhaupt nötig sind, ließe sich streiten. Wer Sanktionsmittel
befürwortet, muss sich fragen (lassen), ob sie geeignet sind, etwas zum
Positiven zu wenden. Sanktionsmittel, die eine falsche Entwicklung begünstigen
oder gar beschleunigen, sind sinnlos und sogar gefährlich. Die Schule ist ein
Ort des Miteinander-Lernens und keine Strafkolonie.
Die CDU in Hamburg will das Sitzenbleiben im dreigliedrigen System (wo sonst – im integrierten System gibt es das ja auch nicht) durch mehr LehrerInnenstellen verhindern. (Hamburger Abendblatt, 28.9.05, Seite 14)
„Der CDU-Schulexperte Robert Heinemann weist auf das Missverhältnis zwischen „Aufstieg“ und „Abstieg“ zwischen den Schulformen hin. Sehr viel häufiger würden Schüler vom Gymnasium auf die Realschule und die Hauptschule wechseln als umgekehrt. … Nach dem Willen der CDU sollen leistungsstarke Realschüler auf ein reguläres achtstufiges Gymnasium in ihrer Nähe wechseln können. … Ein besonderes Problem stellt die Schulzeitverkürzung an Gymnasien dar. (Deshalb sollen) Realschüler , die nach der zehnten Klasse auf das Gymnasium wechseln, die zehnte Klasse dort wiederholen. Sie würden dann wie die Gesamtschüler ihr Abitur nach 13 Jahren ablegen. [Warum nicht gleich zur Gesamtschule – in Ruhe lernen und dabei keine Zeit verlieren] (…) Die Zahl der Sitzenbleiber ist im dreigliedrigen Schulsystem bereits von 3126 im Jahr 2000 auf 2769 im Jahr 2003 gesunken.“ [Das sind 3,8% im Jahr. Falls sich das so fortsetzt, haben wir spätestens 2032 keine Sitzenbleiber mehr.] (Hamburger Abendblatt, 27.9.2005, Seite 12)
Laut GAL/Grüne kostet Hamburg das Sitzenbleiben jährlich
20.000.000,00 €.
„Das Schulsystem zwingt viel zu viele Schülerinnen
und Schüler in den leidvollen Kreislauf von Wiederholungsschleifen und
produziert zu viele Abbrecher und zu wenig Abiturienten. In Hamburg herrscht
eine hohe Durchlässigkeit nach unten: Über 5000 SchülerInnen werden jährlich
aussortiert, ohne erkennbaren pädagogischen Erfolg.“ (Infos aus der
GAL-Bürgerschaftsfraktion, 27.9.05)
Umfang der Klassenwiederholung in allgemein
bildenden Schulen*
pro Bundesland und damit verbundenen Kosten in Euro
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Anzahl |
In Prozent der |
Kosten pro Jahr |
Gesamtkosten der |
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Euro |
Euro |
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Baden-Württemberg |
25.189 |
2,1 |
4.900 |
123.426.100 |
|
Bayern |
56.342 |
4,0 |
5.100 |
287.344.200 |
|
Berlin |
8.061 |
2,8 |
5.700 |
45.947.700 |
|
Brandenburg |
2.914 |
1,6 |
4.400 |
12.821.600 |
|
Bremen |
2.767 |
4,4 |
5.200 |
14.388.400 |
|
Hamburg |
2.882 |
2,2 |
6.600 |
19.021.200 |
|
Hessen |
21.292 |
3,6 |
4.700 |
100.072.400 |
|
Mecklenburg-Vorpommern |
6.054 |
3,7 |
4.400 |
26.637.600 |
|
Niedersachsen |
20.848 |
2,3 |
4.800 |
100.070.400 |
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Nordrhein-Westfalen |
59.082 |
3,0 |
4.800 |
283.593.600 |
|
Rheinland-Pfalz |
10.556 |
2,3 |
4.600 |
48.557.600 |
|
Saarland |
3.604 |
3,5 |
4.300 |
15.497.200 |
|
Sachsen |
9.280 |
2,6 |
4.800 |
44.544.000 |
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Sachsen-Anhalt |
8.856 |
3,9 |
5.100 |
45.165.600 |
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Schleswig-Holstein |
10.034 |
3,3 |
4.700 |
47.159.800 |
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Thüringen |
4.798 |
2,4 |
5.700 |
27.348.600 |
|
Deutschland |
252.559 |
2,9 |
4.900 |
1.237.539.100 |
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Angaben: Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 1, 2003/04 *) Der Nachweis erfolgt ohne die Schularten – Integrierte Gesamt-, Freie Waldorf- und Sonderschulen. Als Wiederholer/innen (freiwillig oder nicht versetzt) werden die Schüler/innen gezählt, die im vorangegangenen Schuljahr dieselbe Klassen-/Jahrgangsstufe besucht haben. Wenn das Wiederholen außerdem mit einem Schulwechsel verbunden ist, werden die Schüler/innen bei der aufnehmenden Schule gezählt, d.h. Schüler/innen, die im Gymnasium nicht versetzt werden und dieselbe Klassenstufe in der Realschule z.B. wiederholen, erscheinen in der Realschule als Wiederholer/innen.
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Quelle: Erziehung und Wissenschaft (E&W), 7-8/2005, Seite 7
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Anteil Wiederholer
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Die Wiederholerquote in den allgemein bildenden Schulformen lag in Deutschland zwischen 1,2% in schulformunabhängigen Orientierungsstufen und 5,5% in Realschulen. Ist die Klassenwiederholung mit einem Schulformwechsel verbunden, so wird der Wiederholer in der aufnehmenden Schulform gezählt. Damit erklärt sich die vergleichsweise niedrigere Quote der Gymnasien. Nicht erfasst durch das Statistische Bundesamt wurden Integrierte Gesamtschulen und Sonderschulen.
Insgesamt blieben 252.559 junge Leute im Schuljahr 2003/2004 sitzen.
1.237.539.100 Euro hätten für vorbeugende Fördermaßnahmen ausgegeben werden können, wenn auf Klassenwiederholungen verzichtet worden wäre.
Angaben: Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 1, 2003/04
Abkürzungen:
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Beziehungskultur in der Schule
Wertschätzung ↓ Vertrauen ↓ Verantwortung ↓ Anerkennung
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Heterogenität: Welche Unterschiede gibt es?
· Kognitive Lernvoraussetzungen · Sprache/Herkunft(ssprache) · Soziale Kompetenz/psychische Entwicklung · Interessen, Neigungen, Motivation, Erwartungen · Physis, Gesundheit · Alter · Traditionen, Wertmuster, Normen · Geschlechtsspezifische Sozialisation
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Prinzip „Individuelle Förderung““ |
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Prinzip „Auslese und Aussonderung“ |
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Schule muss für Kinder „passen“ |
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Kinder müssen für Schule „passen“ |
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alle Potentiale entwickeln, |
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nach „Begabung“ sortieren, |
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Benachteiligung ausgleichen |
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Benachteiligung durch das System in Kauf nehmen |
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Lernfortschritte erreichen |
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Klassenziel erreichen |
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Heterogenität akzeptieren |
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homogene Lerngruppen anstreben |
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langes gemeinsames Lernen |
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frühe und andauernde Auslese und Aussonderung |
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wenige Prüfungssituationen |
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häufige Prüfungssituationen |
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Kooperation / Kommunikation
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Wettbewerb/Konkurrenz
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„Das können wir doch auch!“ |
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Film: Schule in Finnland |
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Wie Schulen in Deutschland mit Heterogenität umgehen |
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Nach PISA richtete sich der Blick häufig auf die skandinavischen Schulen, die zugleich sehr gute Leistungen erbringen und professionell mit der Verschiedenheit (Heterogenität) ihrer SchülerInnen umgehen. Aber in Deutschland gibt es zahlreiche Schulen, welche die kulturelle Vielfalt oder unterschiedliche Leistungsvoraussetzungen produktiv in ihrer täglichen Arbeit nutzen und den Weg individueller Förderung gehen. Dies dokumentiert der 45-minütige Firm, den der Journalist und Filmemacher Paul Schwarz im Auftrag der GEW gedreht hat. Vom Kindergarten bis zur Berufsbildenden Schule und zur Lehrerbildung zeigt er anregende Beispiele des Umgangs mit Heterogenität. Der Film ist als VHS-Kassette für 15 Euro plus Porto und Versandkosten im GEW-Shop erhältlich: CALL A GIFT Service, Schafgasse 23, 63225 Langen, Fax 0180/50 50 401 oder 06103/20 45 84, gew-shop@callagift.de. Mehr zum Thema Heterogenität: www.netzwerk-heterogenitaet.de
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Schule in Finnland. Individualisierendes Lernen in heterogenen Lerngruppen (2005) Entstanden im Rahmen des EU-Mail-Projekts. Der Film kostet 15 Euro und kann als DVD online bestellt werden unter: www.fernuni-hagen.de/ZFE/Programme/zverz.shtml
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Quelle (bundesweite Statistik und Folgendes): E&W, 7-8/2005, Seite 6-17, unter anderem auf Seite 14-15: Artikel: „Individuelle Förderung als Etikettenschwindel (Selektive Grundphilosophie wird bloß neu kostümiert)“ von Marianne Demmer
Gibt es „Wiederholer“ an Gesamtschulen?
(dazu ein kleiner Auszug aus einer Analyse aus
der Schulbehörde Hamburg)
„Eine weitere … interessante Aufschlüsselung der 240 Wiederholer in integrierten Gesamtschulen zeigt die folgende Tabelle von V 121, die die Wiederholungen für die Jahrgangssufen ausweist und die Schulform benennt, in der die Wiederholung stattfand.
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Zahl der Schülerinnen und Schüler, die eine Klassenstufe wiederholen |
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Klassenstufe 5 bis 10 |
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Stand 29.8.2003 |
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SAB 33-1 bis SAB 33-4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
insgesamt |
|
Schülerinnen und Schüler insgesamt |
3816 |
3882 |
3951 |
3912 |
3934 |
3673 |
23168 |
|
darunter Wiederholer insgesamt |
37 |
14 |
15 |
12 |
25 |
137 |
240 |
|
..... davon vorher an einer Beo H/R |
8 |
1 |
|
|
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9 |
|
..... davon vorher an einer Hauptschule |
|
|
1 |
0 |
4 |
0 |
5 |
|
..... davon vorher an einer Realschule |
|
|
0 |
0 |
1 |
0 |
1 |
|
..... davon vorher an einer Integrierten Haupt/Realschule |
|
|
0 |
0 |
1 |
0 |
1 |
|
..... davon vorher an einem Gymnasium |
4 |
6 |
2 |
1 |
5 |
13 |
31 |
|
..... davon aus der eigenen oder einer anderen Gesamtschule |
25 |
7 |
12 |
11 |
14 |
124 |
193 |
Von den 240 gezählten Wiederholern in den Jgst. 5 – 10 in integrierten Gesamtschulen haben nur 193 Jgst. der integrierten Gesamtschule wiederholt (ca. 0,83 %), 124 haben nach den Bestimmungen § 9 (3) der APO-iGS die Jgst. 10 wiederholt mit dem Ziel, den knapp verpassten Realschulabschluss bzw. die Versetzung in die gymnasiale Oberstufe doch noch zu erreichen.
In den Jahrgangsstufen 5 bis 9 haben nur 69 von 19.495 (ca. 0,35 %) eine Jahrgangsstufe 5 bis 9 an der integrierten Gesamtschule wiederholt.“
(BBS, Hamburg, „Mitteilungen 18. Oktober 2005“, B 33, Seite 2)
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Aufstieg im SchulsystemGesamtschulen erfolgreichDie SPD-Schulpolitikerin Britta Ernst fordert die Abschaffung der Grundschulempfehlung nach Klasse 4. Statt den neunjährigen Kindern einen Stempel mit „Gymnasialempfehlung“ oder nicht zu verpassen, sollten die Lehrer einen „individuellen Förderplan“ für jedes Kind erstellen, der den weiterführenden Schulen Hinweise gibt. Zahlreiche Studien wie zuletzt die Kess-Untersuchung haben ergeben, dass die Empfehlungen oft falsch sind und stark vom Status der Eltern abhängen. Beeindruckende Daten liefern die 1998 eingeschulten Gesamtschülern, die im Mai erstmals an den zentralen Prüfungen für 10. Klassen teilnahmen. Von denen, die dort die Oberstufe erreichten, hatte 72 Prozent in Klasse 5 keine Gymnasial-Empfehlung. Da für alle Schulformen die gleichen Aufgaben gestellt wurden, sei dies ein objektiver Wert, erklärte Ernst. Die Politikerin hatte eine Große Anfrage zur „Durchlässigkeit des Schulsystems“ gestellt, deren 80-seitige Antwort sie als „weitgehend ernüchternd“ bezeichnete. Das „prägende“ an Hamburgs Bildungssystem sei der „Abstieg nach unten“. 40 Prozent der Schüler machten im Laufe ihrer Biografie die Erfahrung des „Schulversagens“. Besonders erschreckend sei, dass dies bereits jeden siebten Grundschüler treffe. Von 15.554 Kindern wurden im Schuljahr 2003/04 allein 466 vom Schulbesuch zurückgestellt und 542 gleich an einer Sonderschule eingeschult, 812 blieben sitzen und 458 wurden in den Klassen 1 bis 4 zur Sonderschule überwiesen. Da es dort einen „diskriminierend hohen Jungenanteil“ gebe und nur 20 Prozent einen Abschluss schaffen, sieht Ernst hier „Handlungsbedarf“. Sie fordert eine Zusammenführung von Grund- und Sonderschulen zu Förderzentren. kaj taz Hamburg Nr. 7803 vom 26.10.2005, Seite 21, 56 Zeilen (TAZ-Bericht), kaj Quelle: http://www.taz.de/pt/2005/10/26/a0240.nf/text.ges,1
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Hermann Claudius: Mank Muern, Alfred Janssen Verlag, Hamburg 1912, Seite 77 |