TIMSS
FIMS - First International Mathematics Study – Erste internationale Studie der IEA zum Vergleich von Schülerleistungen in Mathematik, 1964, mit 12 Ländern
SIMS - Second International Mathematics Study – Zweite internationale Studie der IEA zum Mathematikleistungsvergleich (1980-83), mit 20 Ländern, ohne deutsche Beteiligung
FISS - First International Science Study (1968-1972)
SISS - Second International Science Study (1982-1986), ohne deutsche Beteiligung
TIMSS - Third International Mathematics and Science Study/Studies, 1995 und 2007, beide mit deutscher Beteiligung
TIMSS - Trends in International Mathematics and Science Study
im Auftrag der IEA durchgeführte Untersuchung der Leistung in Mathematik und
Naturwissenschaften der 7. und 8., der 12./13. (1995) sowie der
4. Jahrgangsstufe (Grund- und Sonderschulen) (2007)
TIMSS-R - TIMSS-Repeat (1999), Wiederholung
IEA - International Association for the Evaluation of Educational Achievement (etwa:
Internationaler Verband zur Evaluation der Leistungsfähigkeit im Bildungsbereich)
mit Sitz in Amsterdam und Neuseeland
Das Projekt wird von der
Bildungsorganisation IEA (International Association for the Evaluation of
Educational Achievement) mit Sitz in Amsterdam und Neuseeland
veranstaltet und ist der weltweit älteste Schulleistungsvergleich mit fast
40-jähriger Tradition. 2007 wurde das Wissen von Viertklässlern in Mathematik
und Naturwissenschaften getestet. Die deutsche Federführung der Studie liegt
beim Institut für Entwicklungsforschung (IFS) der Universität Dortmund. 1999
wurden in Deutschland erstmals Achtklässler mit TIMSS-Aufgaben getestet. 2007
war Deutschland zum ersten Mal am Grundschultest beteiligt.
Ergebnisse der Leistungsvergleiche
TIMSS Internatonal 2007
Deutschlands Viertklässler
rangieren mit ihren Kenntnissen in Mathematik und Naturwissenschaften im
internationalen Vergleich im vorderen Mittelfeld. Unter 37 Teilnehmerstaaten
belegten sie in beiden Fächern jeweils den zwölften Platz. Allerdings haben die
Viertklässler in den TIMSS-Siegerstaaten Hongkong, Singapur, Taiwan und Japan
gegenüber den Grundschülern in Deutschland einen erheblichen Lernvorsprung: In
Mathematik beiträgt er zum Teil fast zwei Schuljahre, in Naturwissenschaften
bis zu einem Jahr [welche sozialen Auswirkungen hat dies auf das Verhalten der
so traktierten Schüler? Hält die soziale Reife mit einem solchen Lernvorsprung
Schritt?].
In Mathematik platziert sich
Deutschland hinter den Niederlanden, Litauen und den USA [den USA? Überall ohne
regionale Unterschiede?], aber noch knapp vor Dänemark, Australien und Ungarn. In
Naturwissenschaften rangieren Grundschüler in Deutschland mit ihrem Wissen hinter
Italien und Kasachstan, aber vor den niederländischen Schülern [es wäre wieder
einmal die Problematik und die Aussagefähigkeit von Rankings zu diskutieren. Siehe
Ranking Abschlüsse].
Texte teilweise übernommen aus E&W
1/2009, Seite 18-19
Artikel: „Arbeiterkinder müssen
Superschüler sein …“ (E&W 1/2009, Seite 18-19)
http://www.gew.de/Arbeiterkinder_muessen_Superschueler_sein_..._um_nach_der_Grundschule_aufs_Gymnasium_zu_gehen.html
Pressemitteilung Berlin, 09. Dezember 2008
Grundschulkinder in Mathematik und Naturwissenschaften im internationalen
Vergleich im oberen Leistungsdrittel
Kultusministerkonferenz und Bundesministerium für Bildung und Forschung
stellen in Berlin die Ergebnisse der Studie „Trends in International Mathematics
and Science Study“ (TIMSS 2007) vor
Deutschland hat sich im Jahre 2007 erstmalig an der internationalen Schulleistungsstudie
TIMSS beteiligt, um die mathematischen und naturwissenschaftlichen
Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler am Ende der 4. Jahrgangsstufe der
Grundschule zu untersuchen.
Mit der Beteiligung sowohl an TIMSS als auch an PIRLS/IGLU (Internationale
Grundschul-Lese-Untersuchung) erhält Deutschland ein hoch entwickeltes Instrumentarium
zur Überprüfung der Schülerkompetenzen am Ende der Grundschulzeit
in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften sowie Lesen, verbunden
mit der Möglichkeit des internationalen Vergleichs. Beide Studien sind Bestandteil
der Gemeinschaftsaufgabe „Feststellung der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens
im internationalen Vergleich“ von Bund und Ländern.
- 2 -
I Zentrale Befunde für Deutschland
Deutschland liegt mit den mathematischen und naturwissenschaftlichen Schulleistungen
seiner Grundschülerinnen und Grundschüler im internationalen Vergleich
im oberen Leistungsdrittel.
Internationaler Leistungsvergleich im Fach Mathematik
Schülerinnen und Schüler an deutschen Grundschulen erreichen mit 525 Punk-ten
einen Leistungsstand, der deutlich über dem internationalen Mittelwert von
473 Punkten liegt und sowohl den Mittelwert der teilnehmenden EU- als auch
der OECD-Staaten (514 bzw. 513 Punkte) übertrifft. Ein erheblicher Leis-tungsabstand
im Umfang von mehr als einem Schuljahr besteht allerdings zu
den asiatischen Staaten (Hongkong, Singapur, Taiwan und Japan) in der Spitzengruppe.
Es gelingt den deutschen Grundschulen, die Leistungsunterschiede ihrer Schü-lerinnen
und Schüler im internationalen Vergleich relativ gering zu halten.
Im internationalen Vergleich zeichnen sich Kinder an deutschen Grundschulen
durch eine erfreulich hohe Motivation für das Fach Mathematik aus, und zwar
weitgehend unabhängig von den erreichten Kompetenzen.
22 % der Schülerinnen und Schüler gehören im Fach Mathematik zur Gruppe
der leistungsschwächeren Kinder; in den Spitzenstaaten liegt dieser Anteil un-ter
10 %.
Mathematische Spitzenleistungen erreichen in Deutschland 6 % der Schülerin-nen
und Schüler; in vielen Staaten liegt dieser Anteil deutlich höher.
Internationaler Leistungsvergleich in den Naturwissenschaften
Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler liegen mit 528 Punkten auch
in den Naturwissenschaften deutlich über dem internationalen Mittelwert (476
Punkte), leicht über dem Mittelwert der beteiligten OECD-Staaten (523 Punkte)
und sind vergleichbar mit dem Mittelwert der beteiligten EU-Staaten (525
Punkte). Der Leistungsabstand zu den Spitzenstaaten (Singapur, Taiwan,
Hongkong und Japan) ist im Bereich Naturwissenschaften geringer als in Mathematik.
- 3 -
Auch für die Naturwissenschaften ist die Motivation der Schülerinnen und
Schüler erfreulich hoch; darüber hinaus gelingt es, die Leistungsunterschiede
zwischen den Schülerinnen und Schülern im internationalen Vergleich relativ
gering zu halten.
24 % der Grundschülerinnen und Grundschüler gehören zu den leistungsschwächeren
Kindern. Diese Gruppe fällt damit größer aus als in einigen europäischen
und den asiatischen Staaten.
10 % der Grundschülerinnen und Grundschüler erreichen naturwissenschaftliche
Spitzenleistungen. Damit liegt Deutschland im europäischen Mittelfeld,
aber unterhalb der Staaten an der Spitze.
Geschlechterdifferenzen in den mathematischen und naturwissenschaftlichen
Leistungen
In Deutschland haben Jungen gegenüber den Mädchen einen im internationalen
Vergleich großen Leistungsvorsprung von 12 Punkten in Mathematik. Mit
15 Punkten in den Naturwissenschaften zeigt sich die größte Geschlechterdifferenz
zugunsten der Jungen unter den teilnehmenden OECD- und EU-Staaten.
Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schulleistung
Der Einfluss des kulturellen Hintergrunds der Eltern auf die Leistungsentwicklung
der Schülerinnen und Schüler an deutschen Grundschulen ist im internationalen
Vergleich sehr hoch ausgeprägt; dies gilt für die Naturwissenschaften noch stärker
als für Mathematik.
Migrationsbedingte Leistungsunterschiede
Im internationalen Vergleich zeigen sich in Mathematik große Leistungsunterschiede
zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ohne Migrationshintergrund,
die in den Naturwissenschaften noch deutlicher ausfallen.
II Zentrale Herausforderungen und bildungspolitische Folgerungen
Diese gute Ausgangsposition sollte dazu genutzt werden, um den Abstand zu den
Spitzenstaaten zu verringern. Dazu bieten die im internationalen Vergleich hohe
Motivation der Grundschulkinder und die geringe Leistungsstreuung im mathematischen
und naturwissenschaftlichen Bereich eine gute Grundlage.
- 4 -
Eine besondere Herausforderung bleibt die gezielte Förderung der sozial benachteiligten
Schülerinnen und Schüler, die in anderen Staaten deutlich besser gelingt.
Darüber hinaus muss auch die Förderung der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund
weiter verbessert werden.
Im Unterschied zum Lesen (IGLU 2006) bleibt die Verringerung der Geschlechterdifferenzen
bei den mathematischen und naturwissenschaftlichen Leistungen eine
wichtige Aufgabe.
Die Länder sehen sich in ihren Aktivitäten bestätigt, die Unterrichtsentwicklung auf
die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler auszurichten und damit
eine hohe Leistungsfähigkeit der Grundschulen im internationalen Vergleich zu
erreichen.
Bund und Länder leisten mit den in der Qualifizierungsinitiative für Deutschland
gebündelten Maßnahmen einen Beitrag, Bildungschancen für alle unabhängig von
der sozialen Herkunft zu schaffen und jedem die Möglichkeit zum Aufstieg durch
Bildung zu geben. Dabei ist dem Übergang von der Grundschule zur Sekundarstufe
I besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
Auch für die bildungspolitischen Folgerungen aus den Ergebnissen von TIMSS
2007 bieten die gemeinsamen Empfehlungen von Kultusministerkonferenz und
BMBF zu den Ergebnissen von PIRLS/IGLU 2006-I und PISA 2006-I eine gute
Grundlage:
1. Gezielte Förderung der leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse von TIMSS 2007 bekräftigen die Länder ihre
gemeinsame Initiative zur Förderung leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler.
Insbesondere Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sollen wirksamer
als bisher gefördert und die Bildungschancen aller unabhängig von der sozialen
Herkunft erhöht werden.
Dabei liegt in einer frühen Förderung der Schlüssel zu mehr Chancengerechtigkeit
für alle Kinder. Bereits in Kindertageseinrichtungen können Begabungen auch von
Kindern aus bildungsfernen Familien frühzeitig gefördert und Benachteiligungen
rechtzeitig erkannt sowie abgebaut werden. Das BMBF hat deshalb den Förderschwerpunkt
„Bildung in der frühen Kindheit“ aufgelegt.
- 5 -
Für die Förderung leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler in der Grundschule
und der Sekundarstufe I werden zusätzliche Lern- und Betreuungsangebote
zur Verfügung gestellt sowie geeignetere Wege der Kompetenzvermittlung entwickelt.
Die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund wird
frühzeitig sowie durchgängig angelegt und stärker als bisher auf die Voraussetzungen
der ethnischen Herkunft bezogen.
2. Den Unterricht weiter entwickeln
Mit der Einführung von länderübergreifenden Bildungsstandards für den Primarbereich,
die Sekundarstufe I und demnächst auch für die Sekundarstufe II haben die
Länder die erforderlichen Grundlagen für die Verbesserung der Unterrichtsqualität,
mehr Vergleichbarkeit und geringere Unterschiede bei den Leistungen geschaffen.
Die Länder werden eine gemeinsame Strategie entwickeln, um die Bildungsstan-dards
deutlicher als bisher für die Unterrichtsentwicklung zu nutzen. Dabei wird
die Zusammenarbeit zwischen den Landesinstituten und dem Institut zur Qualitätsentwicklung
im Bildungswesen (IQB) ausgeweitet.
Seit 2007 bzw. 2008 führen die Länder bereits folgende gemeinsame Projekte
durch, deren Bedeutung für die Unterrichts- und Schulentwicklung durch die Ergebnisse
von TIMSS 2007 noch einmal verstärkt werden:
• „For.mat – Bereitstellung von Fortbildungskonzeptionen und -materialien zur
kompetenz- bzw. standardbasierten Unterrichtsentwicklung“
• „ProLesen – Auf dem Weg zur Leseschule“
• „Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte im Hinblick auf Verbesserung der Diagnosefähigkeit,
Umgang mit Heterogenität, individuelle Förderung“
Die für eine individuelle Förderung und einen erfolgreichen Umgang mit Heterogenität
notwendigen diagnostischen und methodisch-didaktischen Kompetenzen
der Lehrkräfte werden Eingang in die Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte
finden. Das BMBF unterstützt mit dem Schwerpunkt „Unterrichtsentwicklung/
Lehrerprofessionalität“ des Rahmenprogramms zur Förderung der empirischen Bildungsforschung
die Länder bei der Sicherung und Entwicklung der Unterrichtsqualität.
- 6 -
Zur Förderung des Verständnisses im Bereich der naturwissenschaftlichen Fächer
sollen Anwendungsbezüge und Möglichkeiten der individuellen Förderung insbesondere
für lernschwächere Schülerinnen und Schüler verstärkt werden. Ziel dieser
Maßnahmen ist es auch, das Interesse der Schülerinnen und Schüler für die so genannten
MINT-Fächer langfristig zu erhalten. Im Rahmen des Nationalen Pakts für
Frauen in MINT-Berufen, den das BMBF mit 45 Partnern aus Politik, Wirtschaft
und Wissenschaft initiiert hat, werden insbesondere Schülerinnen mit einer Vielzahl
von Projekten angesprochen.
3. Für Transparenz sorgen und auf Qualitätssicherung setzen
Wie in der Gesamtstrategie der Kultusministerkonferenz zum Bildungsmonitoring
festgelegt, wird Deutschland auch in Zukunft an internationalen Schulleistungsuntersuchungen
teilnehmen. Die Feststellung der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens
im internationalen Vergleich geschieht in engem Zusammenwirken zwischen
Bund und Ländern im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe.
Die Kultusministerkonferenz hat im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für
Bildung und Forschung bereits im Oktober 2008 beschlossen, dass Deutschland
auch an der Untersuchung TIMSS 2011 teilnehmen wird.
Darüber hinaus werden die Länder ab 2009 für Schülerinnen und Schüler der
Grundschule sowie aller Schularten der Sekundarstufe I die Erreichung der Bil-dungsstandards
in Ländervergleichen überprüfen.
Daneben werden jährliche länderübergreifende Vergleichsarbeiten für die Grundschule
und für die Sekundarstufe I (VERA 3 und VERA 8) durchgeführt, die regelmäßig
wichtige Informationen für die gezielte Förderung der Schülerinnen und
Schüler bereit stellen. Die Länder werden alle Verfahren zur Evaluation schulischer
Arbeit (VERA, Schulinspektion, externe und interne Evaluation) so weiterentwickeln,
dass die Möglichkeiten zur Nutzung der vorliegenden Daten für die Schul-
und Unterrichtsentwicklung insgesamt und für die Förderung der leistungsschwächeren
Schülergruppe im Besonderen ausgeweitet werden.
- 7 -
III Anlage der Studie
TIMSS (Trends in International Mathematics and Science Study) erfasst das mathematische
und naturwissenschaftliche Grundverständnis von Schülerinnen und
Schülern am Ende der 4. Jahrgangsstufe und wird alle vier Jahre durchgeführt. Ziel
von TIMSS 2007 ist es, Informationen zu liefern, die zu einer Verbesserung des
Lehrens und Lernens in den Fächern Mathematik und Naturwissenschaften führen.
An TIMSS 2007 haben weltweit 36 Staaten sowie 7 Regionen teilgenommen. In
Deutschland wurden für den internationalen Vergleich 5.200 Schülerinnen und
Schüler aus 246 Schulen aller 16 Länder in die Untersuchung einbezogen.
Auf internationaler Ebene ist die International Association for the Evaluation of
Educational Achievement (IEA) Initiator und verantwortlich für die Organisation.
In der Bundesrepublik Deutschland wurde das Institut für Schulentwicklungsforschung
(IFS) an der Technischen Universität Dortmund unter der wissenschaftlichen
Leitung von Professor Dr. Wilfried Bos mit der Durchführung der Untersuchung
beauftragt. Das Projekt wurde finanziert von den Kultusministerien der
Länder und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Eine Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen der Studie ist im Internet auf
der Homepage des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) an der Technischen
Universität Dortmund abrufbar:
http://www.ifs-dortmund.de/ TIMSS2007.html.
Der Bericht „TIMSS 2007. Mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen
von Grundschulkindern in Deutschland im internationalen Vergleich“ kann
zum Preis von 19,90 € im Buchhandel erworben werden.
Siehe auch
IGLU
Leistungsuntersuchungen
PISA
Links
www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=1266
TIMSS 1995 http://www.timss.mpg.de/
TIMSS 2007 http://timss.ifs-dortmund.de/
TIMSS und PIRLS International http://timss.bc.edu/
Zurück zur vorigen Seite