Terroristische Anschläge in den USA am 11. September 2001 (World Trade Center und Pentagon)
Der hinterhältige terroristische Gewaltakt in New York hat uns allen deutlich gezeigt, dass es nicht gelingen kann, eine menschliche Gesellschaft auf Hass, Menschenverachtung, Rassismus, Intoleranz, Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und Unterdrückung aufzubauen. Deshalb ist es jetzt wichtiger denn je, einzutreten für Freiheit, Mitmenschlichkeit, Toleranz, Menschen- und Bürgerrechte, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, demokratisches Handeln, die Ächtung von Gewalt in jeder Form, insbesondere als Mittel der Politik, Gastfreundlichkeit, Integration, friedfertiges Zusammenleben, Freiheit des Denkens und Menschenwürde. Wir werden uns durch sinnlose Taten von Gewaltverbrechern nicht dahin bringen lassen, diese ethischen Prinzipien fallen zu lassen. Den unschuldigen Opfern gilt unsere Trauer, ihren Familien unser Beileid, unsere Solidarität und unser Mitgefühl.
The underhand terrorist act of violence in NYC made it quite clear for us all that you will necessarily fail to build up human society on hatred, contempt for mankind, racism, intolerance, segregation, xenophobia, and suppression. Therefore, it is now more important than ever to stand up for freedom, humaneness, tolerance, human and civil rights, freedom of opinion, freedom of worship, democratic acting, the proscription of violence of any kind, especially as a means of politics, hospitality, integration, living together peaceably, freedom of thought, and human dignity. Senseless deeds of violent criminals will not force us to drop these ethical principles. Our mourning is for the innocent victims; our condolences, our solidarity, and our sympathies are for their families.
Texte:
"Offener Brief an den deutschen Außenminister, Göttingen, den 13.9.2001, z.K. an kommunale Ebene: alle Fraktionen und Stadtverbände, DGB an Landesebene: Fraktionsvorsitzenden aller Landtagsparteien, Oppermann, an Bundesebene: alle Bundestagsabgeordneten: Trittin, Wettig-Danielmeier, Süßmuth. Deeskalation und Besonnenheit anstatt Vergeltung / Nur ein kühler Kopf hilft gegen Gewaltspirale. Sehr geehrter Herr Fischer, wie alle Menschen in diesen Stunden sind auch wir geschockt, sprachlos und fühlen uns ohnmächtig gegenüber der menschenverachtenden Brutalität der Täter, die dieses Inferno in den USA verursacht haben. Trauer und Anteilnahme um die Opfer und deren Angehörige stehen im Vordergrund - viele haben Verwandte und Bekannte in den USA, machen sich große Sorgen um die aktuelle Situation vor Ort, stehen fassungslos vor dem Fernseher.... Unsere größte Sorge gilt jedoch den politischen Entscheidungen, die in den kommenden Stunden und Tagen getroffen werden. Wir befürchten eine endlos sich steigernde Spirale der Gewalt. Wir befürchten eine neue Brutalisierung von Konflikten. Wir, das sind eine Gruppe von alten und jungen, deutschen und aus anderen Ländern kommenden Menschen, die sich seit vielen Jahren im Göttinger Zeitzeugenprojekt mit den Folgen der nationalsozialistischen Gewalt auseinandersetzen. So wie wir die Verständigung zwischen den Generationen suchen, setzen wir uns auch in vielen aktuellen politischen Fragen für den Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen ein. Unsere Motive, als "kleinste Einheiten" auf diese weltpolitisch dramatische Situation zu reagieren und uns direkt an Sie zu wenden, sind vielfältig: a.. Nicht tatenlos zusehen wollen. Demokratie lebt von der Mitwirkung eines jeden einzelnen: wir wollen und können nicht tatenlos zusehen, wie eventuell kriegstreiberische Entscheidungen in blitzartiger Schnelle getroffen werden - weil wir wissen, daß Rache nur neue Rache hervorruft. b.. Stimmen aus "dem Volk" "Das 'deutsche Volk' steht hinter den 'amerikanischen Freunden', die Vergeltung wollen". Sätze wie diese vereinnahmen auf eine nicht zu ertragende Weise. Wir stehen nicht hinter einem Präsidenten Bush, der von Vergeltung spricht, wo wir alle wissen, daß es Vergeltung für die vielen Todesopfer nicht geben kann. 'Vergeltung' trifft in aller Regel unschuldige Zivilisten. c.. Fundamentalismus bekämpfen ohne neuen Haß zu schüren. Wir alle haben Angst vor Extremismus und fanatischer Religiosität. Dies darf aber nicht dazu führen, nur noch in militärischen Kategorien Wege der Lösung zu suchen. d.. Keine Freiheitsbeschränkung im Namen der Freiheit / Kein Anti-Islamismus. Wir befürchten, daß die Stimmung von Angst und Unsicherheit auch in unserem Land zur Freiheitsbeschneidung in der breiten Bevölkerung ausgenutzt wird. Wir befürchten, dass in der Bevölkerung durch die Medien und auch durch undifferenzierte politische Äußerungen eine Stimmung geschürt wird, die jeden Menschen islamischen Glaubens in die Nähe des Terrorismus rückt, und damit politische Inhalte und Fragen unnötig personalisiert. Wir möchten wie die belgische Tageszeitung "De Standaard" vom 12.9.2001 vor unüberlegten Reaktionen auf die Terrorwelle in den USA warnen: "Es droht die Gefahr, daß - noch bevor die wahren Schuldigen bekannt sind - vor allem die arabische Welt an den Pranger gestellt wird. Die Bilder tanzender Palästinenser in den Straßen dürften die Gefühle vor allem in den Vereinigten Staaten noch anfachen. Will Washington nicht in eine sinnlose Spirale der Gewalt geraten, dann gibt es allen Grund, einen kühlen Kopf zu bewahren und gezielt zu reagieren. Gleichzeitig ist es nun an den arabischen Ländern, sich vom Terrorismus zu distanzieren." Wir erwarten gerade von Ihnen als grünem Minister, dass Sie sich für folgende Haltungen und Maßnahmen einsetzen: 1. Deeskalation: Keine militärische Scheinlösung! Setzen Sie sich mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln für eine konsequente weltweite Terrorismusbekämpfung und den Zivilschutz ein. Ein erneuter Aufrüstungswettlauf wäre fatal. Aus der Friedens- und Konfliktforschung wissen wir, dass Gewalt nicht mit Gewalt zu bekämpfen ist. 2.. Rolle Europas: Wir sehen die Bedeutung Europas gerade darin, in besonnener und deeskalierender Weise auf die Politik der Regierung Bush Einfluß zu nehmen. Mit freundlichen Grüßen Freie Altenarbeit Göttingen e.V./ Zeitzeugenprojekt"
"An Eye for an Eye Leaves Us All Blind (=Auge um Auge macht uns alle blind) Die Petition: Der folgende Text ist ein Aufruf an den US-Präsidenten Bush und andere führende Persönlichkeiten der Welt, in dem diese dringend aufgefordert werden, nicht mit Krieg auf die terroristischen Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon in dieser Woche zu reagieren. Bitte lesen sie den Aufruf, unterschreiben sie unten und schicken sie so schnell wie möglich an soviele Leute wie möglich einen Hinweis auf diese Internetseite. Wir müssen diesen Aufruf sehr schnell verbreiten, um irgend eine Wirkung zu erzielen, denn der Kongress der Vereinigten Staaten hat bereits eine Resolution verabschiedet, die jedwede militärische Aktion unterstützt, die Präsident Busch geeignet erscheint. Wir, die Unterzeichnenden, Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika und anderer Staaten der Welt, appellieren an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, George W. Bush; an den NATO-Generalsekretär, Lord Robertson; an den Präsidenten der Europäischen Union, Romano Prodi und an alle Verantwortlichen weltweit, bei der Beantwortung der jüngsten terroristischen Anschläge auf die Vereinigten Staaten Maß und Zurückhaltung zu üben. Wir flehen darum, dass als Machtmittel nicht Krieg, Gewalt und Zerstörung angewendet werden, sondern dass - wo immer möglich - internationale rechtliche Institutionen und die Menschenrechtsvorschriften genutzt werden, um diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die für die Angriffe verantwortlich sind. Darüber hinaus betonen wir, dass zwischen der Regierung eines Staates und terroristischen Gruppen, die innerhalb der Grenzen dieses Staates operieren, unterschieden werden muss. Eine Regierung darf nicht in unverhältnismäßiger Weise für die jüngsten Gewalttaten verantwortlich gemacht werden. Es folgt auch, dass die Regierung eines bestimmten Landes nicht für die Angriffe verurteilt werden kann, solange keine zwingenden Beweise ihrer Kooperation oder Komplizenschaft mit jenen Individuen, die tatsächlich die fraglichen Verbrechen begangen haben, vorliegen. Unschuldige Zivilisten, die in dem teilweise oder vollständig für die Verbrechen gegen die USA verantwortlich befundenen Land leben, dürfen nicht die Verantwortung für die Handlungen ihrer Regierungen tragen. Ihre Sicherheit und Immunität gegenüber militärischen und juristischen Aktionen gegen den Staat, in dem sie leben, muss garantiert sein. Zum Schluss und mit größtem Nachdruck forden wir, dass nicht auf atomare, chemische oder biologische Waffen oder andere Waffen mit wahlloser Zerstörungskraft zurückgegriffen wird. Wir betrachten es als unser unveräußerliches Menschenrecht, in einer Welt ohne solche Waffen zu leben." Unterzeichnen im Internet: http://home.uchicago.edu/~dhpicker/german.html
Friedensinitiative Hamburg-Walddörfer. Einladungstext: "Mit großer Bestürzung hören und lesen wir in den Medien Begriffe wie ... ‚unnachgiebige und pausenlose militärische Antwort‘, ‚lang angelegter Feldzug‘ ... Mit dieser extremen Eskalation geht ein deutlicher Anstieg von Rassismus, pauschaler Verurteilung und Verteufelung des Islam einher. Verursacht durch ein krass vereinfachtes Bild von Gut und Böse werden erste Übergriffe aufs Muslime gemeldet. Krieg trifft immer und zuallererst unschuldige Zivilisten, insbesondere Frauen und Kinder! Krieg löst keine Probleme, sondern löst weitere unkalkulierbare Eskalationen und eine Spirale der Gewalt aus ... Die Ursachen für Unfrieden und Terrorismus liegen tiefer. Solange abertausende Menschen an Hunger sterben, ganzen Völkern ihre Würde genommen wird, Rassismus, Intoleranz und Ausbeutung herrschen, wird es keinen wirklichen Frieden geben. Wir haben eine hohe Verantwortung für eine Erziehung der nächsten Generation zu Verständigung und Frieden." Kontakt: E-Mail elisturm[at]t-online.de
Rezension und Buchtipp aus der hlz 10/02, Seite 51: Mathias Bröckers: Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9., Verlag Zweitausendeins, 359 Seiten, € 12,75. Zitat aus dem Buch: "Eines jedoch könnte die Lektüre bewirken: dass Ihnen das Propagandamenü, das die Köche in Brainwashington D.C. und ihre Medienkellner auf allen Kanälen servieren, nicht mehr so richtig schmeckt ..."
30. Juni bis 4. Juli 2003, Hamburg, GEW Hauptvorstand, GEW Hamburg, International Association of Educators for Peace (IAEP), Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF): 4. Europäischer Kongress für Friedenserziehung als Beitrag zur "Dekade zur Kultur des Friedens" und zur "Dekade der Menschenrechtserziehung" der UNESCO: "Die Waffen nieder – eine friedliche Welt ist möglich!" FriedenspädagogInnen warnen vor einer Ausweitung des Krieges gegen den Terrorismus. Aus der Pressemitteilung vom 24.03.2002: "Angesichts der drohenden Ausweitung des ‘Krieges gegen die Bösen‘ (Bush) auf den Irak und der Tatsache, dass viele europäische Regierungen sich am Krieg gegen Afghanistan beteiligen, betonten die in Hamburg Versammelten die aktuelle Bedeutung einer aktiven Friedenserziehung in allen Bildungseinrichtungen. In Friedenswerkstätten, Workshops, Diskussionsrunden und Ausstellungen werden sich die Kongressteilnehmer/innen damit beschäftigen, was in den Bildungsstätten der europäischen Länder gegen den Krieg und gegen die Bereitschaft, politische Konflikte mit militärischen Mitteln lösen zu wollen, getan werden kann. Den Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden geht es in erster Linie darum zu verhindern, dass eine Ausdehnung des Krieges die Zukunftshoffnungen von Millionen von Kindern in Europa und in aller Welt zerstören würde. Eine Arbeitsgruppe von PädagogInnen aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweden und der Schweiz bereitet den Kongress vor. Sie sind in der weltweiten Nicht-Regierungsorganisation (NGO) ‘International Association of Educators for Peace‘ (IAEP) organisiert, die ihren mit Sitz in Paris hat, über einen Konsultationsstatus als NGO bei der UNESCO verfügt und im Jahre 1986 von der UNO als ‘Peace Messenger‘ ausgezeichnet worden ist." PPF-Kontakt: Hamburg: Horst Bethge, Hamburg horst.bethge[at]T-online.de, Hartmut Ring, Hamburg ppf[at]umwelt.ecolink.org, Bernhard Nolz, Siegen nolzpopp[at]t-online.de.