Unterrichtsausfall

 

Generell gilt: Eine langfristige ständige Unterrichtsvertretung ist nur bei einem bekannten bzw. angekündigten längerfristigen Ausfall einer Lehrkraft möglich, ansonsten ist jede Schule gezwungen, sich von Vertretungsstunde zu Vertretungsstunde zu hangeln.

Vertretungsunterricht organisieren die Schulen selbst. Er kann einem Stundenpool oder einem Geldpool der Schule entnommen werden (Vertretungs- und Organisationsmittel, VOrM). Es ist sogar möglich, Stunden von einer Nachbarschule zu „borgen“.

In einer Klasse mit Doppelbesetzung (I-Klassen, IR-Klassen, IR-Schulen) kann der Ausfall einer Lehrkraft leichter ausgeglichen werden.

 

Die Krankheitsquote (siehe Stichwörter) sagt nichts darüber aus, ob es Schulen gelingt, Ausfälle durch Vertretungen zu kompensieren.
2011 ist es aufgrund er angespannten Arbeitsmarktlage schwierig, qualifizierte Ersatzkräfte zu finden. Im Etat der Hamburger Schulbehörde sind 753 Lehrerstellen für Vertretungsunterricht vorgesehen. Ein mittleres Gymnasium mit 850 Schülern zum Beispiel erhält 2,4 Stellen für Vertretung und Organisation.
Für Vertretung stehen 2011 nur noch KollegInnen zur Verfügung, die entweder nach einem Referendariat auf eine Anstellung warten, oder  StudentInnen, die das erste Staatsexamen bestanden haben.
Die Schulbehörde hat ein Internetportal für VertretungslehrerInnen eingerichtet. (Hamburger Abendblatt, 25.01.11, Seite 9)

 

Über Unterrichtsausfall führt die Hamburger Schulbehörde keine Statistik und verweist im Übrigen auf die Eigenverantwortung der Schulen (Budgetierung).

Peter Albrecht (Elternkammer Hamburg): „Oft findet Vertretung nur in Form von Beschäftigung, nicht aber als Fachunterricht statt.“

Zwischen November 2005 und Januar 2006 hat die Schulbehörde eine stichprobenartige Erhebung an 192 Hamburger Schulen durchgeführt. Es wurden 42 541 ausgefallene Unterrichts- und 55 893 Vertretungsstunden gezählt.

Die von Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) 2010 wiedereingeführte Altersermäßigung (eine geringe Unterrichtsentlastung für Lehrkräfte über 60 Jahren von rechnerisch ca. 1 Stunde) kostet sechs Millionen Euro im Jahr und wird aus dem Topf für Vertretungsstunden finanziert. Laut Elternkammer habe das aber nicht zu zusätzlichem Unterrichtsausfall geführt. (Hamburger Abendblatt, 24.01.11, Seite 9)

 

Unterrichtsausfall wird nicht regelmäßig statistisch zentral erhoben.
Der Stundenausfall der letzten Stichprobe von Dezember 2005/Januar 2006 an 194 Schulen betrug 3,42%. Zum Vergleich: 2000 lag dieser Wert bei 4,42%. Der Anteil des Vertretungsunterrichts lag bei 4,5% (2000: 3,5%). Keine Aussage wird darüber gemacht, ob dieser Vertretungsunterricht qualifiziert oder fachfremd war, ob also Fachunterricht ausgefallen ist. (Hamburger Abendblatt, 15.06.11, Seite 12)

 

 

Siehe auch das Stichwörter

Arbeitszeit der LehrerInnen

Arbeitszeitmodell

Krankenstände

Lehrermangel

Schulstatistiken

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