Wahlprüfstein Stadtteilschule
Bürgerschaftswahl 2011
Wahlprüfsteine – Folge 2
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Freie Wähler Hamburg |
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Welche Maßnahmen werden Sie ergreifen, um die Stadtteilschule zu einer wirklich gleichwertigen weiterführenden Schule zu machen, die auch leistungsstarke Kinder anzieht?
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Leider hat die bisherige Regierung die neuen Schulen gerade in der schwierigen Startphase allein gelassen. Wir werden das ändern und die Entwicklung der Stadtteilschule zu einem Schwerpunkt unserer Politik machen. Unser Ziel ist es, die Stadtteilschule zu einem Erfolgsmodell für Hamburg zu machen. Wir wollen diese Schulen hervorragend ausstatten, damit sie ihre pädagogischen Aufgaben erfüllen können. Für die Stadtteilschule werden wir den Klassen- und Fachlehrern zusätzlich Sonderschulpädagogen, Berufsschullehrer, Erzieher und Sozialpädagogen an die Seite stellen. So sorgen wir dafür, dass jeder Schüler an den Stadtteilschulen individuell gefördert wird – ganz gleich ob er besondere Begabungen oder Lernschwierigkeiten hat. An möglichst allen Stadtteilschulen sollen eigene Oberstufen den Schülerinnen und Schülern vor Ort das Abitur ermöglichen. Mit entsprechenden Ressourcen werden wir die Stadtteilschulen dabei unterstützen, klare Profile, anspruchsvolle Unterrichtskonzepte und pädagogische Konzepte zu entwickeln. Jede Stadtteilschule soll zudem die Möglichkeit bekommen, gebundene oder offene Ganztagsschule zu werden.
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Zunächst ist es wichtig, dass jede Stadtteilschule zum Abitur führt. Dafür sollte nach Möglichkeit jede Stadtteilschule eine eigene Oberstufe haben. Auch die Einrichtung von kleinen Oberstufen und/oder die Kooperation von Stadtteilschulen müssen gefördert werden. Um auch leistungsstarke Kinder anzuziehen, sollte die Stadtteilschule damit werben, dass sie zu einem gleichwertigen Abitur führt, den Kindern dabei aber mehr Zeit lässt. Die Stadtteilschule ist damit eine Antwort auf den Vorwurf, dem das G8 lange ausgesetzt war und teilweise immer noch ist. Das Angebot, das Abitur in nur 12 Jahren zu erwerben, muss bleiben. Es ist aber nicht für jedes Kind gleichermaßen geeignet. Die Stadtteilschule bietet eine wichtige Alternative. Darüber hinaus finden wir es richtig, dass in den Stadtteilschulklassen nicht mehr als 23 (Klasse 5-6) bzw. 25 (ab Klasse 7) Kinder sitzen. Um eigene Formen der Differenzierung zu entwickeln, sind diese Klassenfrequenzen angemessen. Bei der Entwicklung von neuen Formen der Differenzierung müssen die Stadtteilschulen stärker als Schulen des dreigliedrigen Schulsystems unterstützt werden. Schließlich erscheint uns eine unterschiedliche Profilierung von Stadtteilschule und Gymnasium sinnvoll. Dafür ist u.a. das berufliche Profil der Stadtteilschule noch weiter auszubauen.
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Die Stadtteilschule soll eine starke und attraktive Alternative zum Gymnasium sein. Sie bietet das Abitur nach Klasse 13 an. Denn die soziale Spaltung und die Ungerechtigkeit im Bildungswesen wird gemildert, wenn jeder und jeder die Chance bekommt, den für sie oder ihn besten erreichbaren Abschluss zu machen – egal, wie gebildet die Eltern sind, wo sie wohnen und woher sie stammen. Stadtteilschulen müssen deshalb besonders unterstützt und in sozial benachteiligten Teilen unserer Stadt besser ausgestattet werden. In der Oberstufe an Stadtteilschulen soll es deshalb in Zusammenarbeit mit beruflichen Schulen ermöglicht werden, eine Berufsausbildung zu machen und gleichzeitig die Hochschulreife zu erwerben. |
Zunächst verweisen wir auf die beiden zuvor genannten Punkte. Weitere Forderungen in unserem Wahlprogramm sind: - Flächendeckender Ausbau der Grund- und Stadtteilschulen zu echten Ganztagsschulen - Kostenloses Mittagessen an Schulen - Volles Elternwahlrecht auch nach Klasse 6 - gegen alle Ausleseinstrumente wie Abschulen, Schullaufbahnempfehlungen und Zensuren -Förderung der Schulversuche mit Starter- und Langformschulen - Senkung der Klassengrößen in Stadtteilschulen auf 23 SchülerInnen und 19 SchülerInnen in sozial benachteiligten Stadtteilen - Bessere personelle Ausstattung mit SonderpädagogInnen, PsychologInnen, ErzieherInnen und SozialpädagogInnen, TherapeutInnen und Krankenpfleger und Krankenschwestern - Abschaffung des Lehrerarbeitszeitmodells, Anpassung der Unterrichtsverpflichtung und Beratungszeit an andere europäische Länder, wie z. B. Finnland. Festeinstellung von allen Beschäftigten in Bildungseinrichtungen mit tarifvertraglicher Bezahlung - Demokratisierung der Schulen: Rückkehr zur gewählten kollegialen Schulleitung - Stopp der Privatisierung: - Stärkung der öffentlichen Schulen, Rückführung der Privatschulförderung auf 70 % des Schülerkostensatzes - Rückführung der beruflichen Schulen, des Schulbaus und der Instandhaltung ins staatliche Schulwesen - ausreichende Nachhilfeangebote an Schulen - keine Auslagerung von Mittagessen, Nachhilfe, Therapie usw. an Private - keine Bewerbung von Hamburg als Hartz IV-Modellregion für das Bildungspaket
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Stadtteilschule: allgemeine und berufsvorbereitende Bildung von Klasse 5 bis 9/10, danach eventuell gymnasiale Oberstufe. Für leistungsstarke Kinder gibt es das Gymnasium. |
Übermittelt von: ProSchulreform, im Januar 2011