Stadtteilforum Altona-Altstadt

 

Bezirksamtsleiter
Herrn Dr. Uwe Hornauer
Platz der Republik 1
22765 Hamburg

Das Stadtteilforum
Altona-Altstadt
Ulrike Marx
Stuhlmannstr. 4
22767 Hamburg
Tel.: 040/3892272

Hamburg, 05.09.2000

 

Sehr geehrter Herr Hornauer,

wir, das Stadtteilforum Altona-Altstadt, setzen uns zusammen aus AnwohnerInnen, Gewerbetätigen und im Stadtteil Arbeitenden. Auf dem letzten Zusammentreffen am 05.09.2000 haben wir uns mit der drohenden Schließung der Bruno-Tesch-Gesamtschule (BTG) beschäftigt.

Die Informationen über das geplante Auslaufen der BTG lösten bei uns große Besorgnis und Betroffenheit aus. Die BTG ist eine wichtige soziale Einrichtung in unserem Stadtteil. Ihre Aufgaben gehen weit über den normalen Lehrbetrieb hinaus. Dazu gehören auch Integration, Freizeitpädagogik und Gewaltprävention,. Kinder und Jugendliche benötigen ein kontinuierliches, attraktives, großflächiges und nahegelegenes Freizeitangebot. All das bietet die BTG.

Eine solche Schule wie die BTG ist gerade für Altona-Altstadt von besonderer Bedeutung. Altona-Altstadt ist ein Stadtteil, der im Jugendbereich einer hohen Aufmerksamkeit bedarf. Im direkten Umfeld der BTG liegen mehrere Gebiete, die tendentiell jugendgefährdend sind.

Zugleich ist Altona-Altstadt ein Stadtteil im Umbruch. Die Stadterneuerungsgebiete und die bevorstehende Umgestaltung der Großen Bergstraße haben Auswirkungen auf die Lebenssituation der ansässigen BewohnerInnen. In diesem Prozess der Stadtentwicklung fällt der BTG eine geradezu entscheidende Rolle zu. Sie ist der kontinuierliche Ort schlechthin, an dem Jugendliche des Stadtteils erreicht werden können.

Eine Schließung der BTG hätte für die Stadtentwicklung katastrophale Folgen und wäre durch andere Einrichtungen nicht zu ersetzen.

Die meisten SchülerInnen der BTG kommen aus dem unmittelbar umliegenden Wohngebiet, viele aus den im Stadtteil überproportional vertretenen Migrantenfamilien. Bei diesen Familien orientiert sich die Wahl der Schule erfahrungsgemäß oft nicht an der für die Entwicklung des Kindes besten Schulform, sondern eher an der Nähe zum Wohnort und an der Entscheidung anderer Familien gleicher Nationalität. Durch die Schulform der integrierten Gesamtschule haben ein Großteil dieser SchülerInnen daher überhaupt erst Entwicklungs- und Qualifizierungschancen, die ansonsten nicht geboten würden. Es steht im Falle einer Schließung der BTG nicht zu erwarten, dass gerade diese ohnehin benachteiligten Kinder und Jugendlichen zukünftig an entfernter gelegenen anderen Gesamtschulen angemeldet würden.

Überhaupt kein Verständnis haben wir für die Ursache der Schließungsüberlegung: Der Rückgang an Neuanmeldung hängt nach unserer Kenntnis zusammen mit einem schlechten Ruf der Schule, der rational und vor allem durch die Qualität der pädagogischen Arbeit nicht zu begründen ist. Diese Stigmatisierung ist ohne Zweifel ein Problem des Stadtteils, das der Schule weder angelastet, noch von ihr allein gelöst werden kann. Eine Veränderung dieses Bildes ist notwendig. Gerade auch hieran arbeitet das Stadtteilforum. Die Schließung der BTG wäre absolut kontraproduktiv.

Diese Argumente haben zu dem einstimmigen Entschluss geführt, dass eine Schließung der BTG für den Stadtteil undenkbar ist.

Wir fordern Sie deshalb auf, sich für den Erhalt der BTG einzusetzen und eine entsprechende Vorlage in die Bezirksversammlung einzubringen.

Für das Stadtteilforum

Ulrike Marx
Klaus Wernecke
Klaus Meyer

 

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