Im Februar 1998
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ARGE |
Arbeitsgemeinschaft der Elternräte der Gesamtschulen in Hamburg |
Forderungskatalog der ARGE
Die Bildungsdiskussion im Rahmen sowohl der neuen Schulgesetzgebung als auch der Koalitionsverhandlungen war Anlaß für das Thema unseres diesjährigen ARGE-Seminars vom 6. bis 8.2.1998: "ROT-GRÜN – Gibt es eine Zukunft für die Gesamtschule in Hamburg?" Dieses Seminar haben auch Schülerinnen und Schüler genutzt, um ihre Forderungen an Schule zu formulieren.
Seit ihrer Gründung vor bald 30 Jahren haben bundesdeutsche Gesamtschulen den Anspruch, ihre Pädagogik auf den Ausgleich jeder Art von Benachteiligung und den Unterricht auf die Verwirklichung von Chancengerechtigkeit für alle Schülerinnen und Schüler auszurichten. Dieser Grundgedanke integrativer Gesamtschulen ist begrüßenswerterweise auch im neuen Hamburger Schulgesetz in § 3 Abs. 3 wiederzufinden. Allerdings können wir einzig in der umfassenden Integrationsidee der Gesamtschulen – und zwar nur dort! - einen echten Verwirklichungsansatz dieser wünschenswert humanen und demokratischen Aufgabe feststellen. Es ist ein Spezifikum von Gesamtschulen, jede Form der Aussonderung abzulehnen und statt dessen jedes Kind zum Schulbesuch willkommen zu heißen.
Um sicherzustellen, daß alle Hamburger Gesamtschulen mit ihren extrem heterogenen Lerngruppen diesem Anspruch weiterhin gerecht werden können, darf nicht darauf verzichtet werden, ihnen ausreichende Ressourcen gemäß dem nachfolgenden auf dem ARGE-Seminar erarbeiteten Katalog zur Verfügung zu stellen.
Forderungskatalog der ARGE
zur Absicherung gesamtschulspezifischer Notwendigkeiten:
1. Personalversorgung
Aussage der Schülerinnen und Schüler: "Gesamtschulen haben zu wenig Lehrer; die Lehrer sind zu alt."
Eine den Schülerinnen- und Schülerbedürfnissen angemessene Lehrerversorgung muß gesichert sein. Dazu gehören
2. Aus- und Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer
Aussage der Schülerinnen und Schüler: "Die Lehrer haben eine mangelhafte Ausbildung."
Wir fordern für die Aus- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern an Gesamtschulen zusätzlich einen speziellen Studiengang integrativer Pädagogik, durch den sie zu ihrer erweiterten Bildungs- und Erziehungsaufgabe gemäß dem umfassenden Integrationsgedanken befähigt werden, und zwar
3. Lernen für die Zukunft
Aussage der Schülerinnen und Schüler: "Lehrer sind nicht kritikfähig; nicht nur SchülerInnen machen Fehler."
Alle Kinder sind die Zukunft der Gesellschaft; sie sind TrägerInnen von moralischer, kultureller und ökonomischer Entwicklung. Deshalb muß sich die Gesamtschule dieser Zukunft stellen; Weiterentwicklung ist ein ständiger Prozeß. Das Projekt "Lehrerkooperation, Stabilisierung und Weiterentwicklung von Gesamtschulen in Hamburg" trägt seit Anfang der 90er Jahre entscheidend zu diesem Prozeß bei. Wir fordern daher
Schule muß Schülerinnen und Schüler zur Demokratie befähigen. Gegenseitiges Respektieren und Ernstnehmen sind unerläßliche Voraussetzungen dafür. Wir fordern deshalb
Unterricht erfordert Unterrichtsmaterialien und -werkzeuge; auch sie müssen der Zukunft Rechnung tragen:
4. Die Schule für ALLE
Aussage der Schülerinnen und Schüler: "Mehr Integrationsklassen! Wir wollen eine Schule für ALLE."
Gesamtschule ist von ihrem Anspruch her die Schule für alle – unabhängig von sozialer, kultureller oder muttersprachlicher Herkunft, unabhängig von Geschlecht oder Befähigung. Diese besondere, zutiefst demokratische Aufgabe von Gesamtschulen verdient besondere Würdigung – auch in finanzieller Hinsicht. Bildungsabschlüsse müssen über die gesamte Schullaufbahn offen gehalten werden; die individuellen Fähigkeiten und Neigungen müssen unterstützt und gefördert werden. Unsere Forderungen lauten:
Die integrierte Gesamtschule kann ihren Auftrag nur richtig erfüllen, wenn sie über wenigstens sechs Schuljahre läuft. Gerade die Klassen 5 und 6 bilden die Grundlagen für eine Bindung der SchülerInnen innerhalb der Klassen und Jahrgänge, ohne die eine spätere Außendifferenzierung nach Neigung und Befähigung nicht zu verantworten wäre. Deshalb sind wir
für eine zehnjährige Grundschule bzw. integrierte Gesamtschule
und lehnen die Verlängerung der Grundschule auf nur sechs Jahre ab.
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Stichwort "Eine Schule für alle"