Interview anlässlich der Stellungnahme der ARGE zur Schulgesetznovelle 2003
Alexander Heinz, NDR 90,3, befragte Holger Gisch, Vorstand der ARGE (Januar 2003)
Sein Bericht, NDR 90,3, 11.1.2003: "Gesamtschuleltern kritisieren neues Schulgesetz":
Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Gesamtschulelternräte, Holger Gisch, sagte zu 90,3, der vorliegende Entwurf schränke die Wahl-Möglichkeiten für Gesamtschüler ein und füge sich damit in die gegen integrierte Gesamtschulen gerichtete Senatspolitik ein. Aus Sicht der Eltern ist der Schulgesetzentwurf ein klarer Rückschritt, sagt Holger Gisch, Vorstandsmitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Gesamtschulelternräte.
Holger Gisch: "Wir merken das bei unseren Schulabgängern speziell mit Realschulabschluss. Da werden die Möglichkeiten reduziert, was diese Kinder und Jugendlichen weiter machen können, zum Beispiel im Aufbaugymnsasium oder in der Fachoberschule."
Denn in der Schulgesetznovelle sei vorgesehen, die zweijährige Fachoberschule, die in Zusammenhang mit einem Betriebspraktikum zu einem Fachabitur führt, abzuschaffen. Auch das Aufbaugymnasium solle den Gesamtschülern versperrt werden. Weiterhin fordern die Eltern, dass die Schulkonferenzen auch nach der vierten Klasse über die Form des Zeugnisses als Bericht oder mit Noten entscheiden können. Auf Kritik stößt die geplante finanzielle Beteiligung der Eltern an Schulbüchern. "Bislang fehlt uns zu diesem Punkt jedes Konzept", sagt Gisch. Außerdem sei es schon heute so, dass die Eltern erhebliche Lasten trügen, beispielsweise wenn sie Klassenreisen bezahlen oder die Renovierung von Klassenräumen ermöglichen. Der Sprecher der Bildungsbehörde, Hendrik Lange, sagte, dass die Stellungnahmen zur Zeit in der Behörde geprüft würden und dass der Entwurf zum Schulgesetz überarbeitet wird. Dabei schon ein großer Teil von Anregungen aufgenommen worden.