Kooperative Gesamtschule
Im Gegensatz zur integrierten Form der Gesamtschule bleiben die Schüler und Schülerinnen in der kooperativen oder additiven Gesamtschule nur in der sogenannten Beobachtungsstufe (das sind die Klassen 5 und 6) zusammen. Danach werden sie nach den Schulformen des gegliederten Schulwesens aufgeteilt, gehen also entweder in eine Hauptschul-, Realschul- oder Gymnasiumsklasse. Über diese Aufteilung entscheiden die Lehrkräfte.
Im Sportunterricht gibt es keine Trennung.
Vorteil: Die Schüler und Schülerinnen bleiben in ihrer Schule.
Nachteil: Die Abschlüsse werden nicht so lange wie möglich offen gehalten. Die Durchlässigkeit nach Klasse 6 ist nicht besser als beim gegliederten System.
1968 begann Hamburg mit einer integrierten Gesamtschule (Gesamtschule Alter Teichweg) und einer kooperativen Gesamtschule (Heinrich-Hertz-Schule). Aufgrund der durchgehend hohen Anmeldezahlen wurde im Jahr 2000 ein zweiter Standort mit einer kooperativen Gesamtschule eingerichtet, zunächst als Dependance der HHS. Seit dem Schuljahr 2000/2001 ist es eine eigenständige kooperative Gesamtschule.
Nicht wenige Leute sagen, es sei eine Fehlentscheidung gewesen, eine zweite kooperative Gesamtschule dort einzurichten, wo bereits alle Schulformen vorhanden sind, und so vorhandene Schulstandorte in ihrer Existenz zu gefährden, während es gleichzeitig immer noch Stadtteile in Hamburg ohne Gesamtschulangebot gibt.
2002 hat der neue Senat festgelegt, dass die kooperativen Gesamtschulen in Hamburg ihre Schüler und Schülerinnen in 12 Jahren zum Abitur führen, da sie sie im Gegensatz zu den integrierten Gesamtschulen früh in unterschiedliche Leistungsgruppen aufteilen.
Aus einer Broschüre einer kooperativen Gesamtschule in Hamburg:
„Die traditionellen Schulformen unter einem Dach
(Die kooperative Gesamtschule) verbindet die Vorzüge der gegliederten Schulen (feste Klassen mit Klassenlehrern und -lehrerinnen, angemessene Anforderungen) mit denen der integrierten Gesamtschule: keine verfrühte Einordnung, keine Abschulung, Durchlässigkeit durch Auf- und Abstiegsmöglichkeiten.“
Die CDU-Bürgerschaftsfraktion in Hamburg will die beiden Hamburger Kooperativen Gesamtschulen aus dem Verbund der Gesamtschulen herauslösen. Sie sollen in Zukunft Kooperative Schulen heißen und nicht mehr der Schulaufsicht der Gesamtschulen unterstehen. Ab Klasse 7 können die zwei Schulen auch Ganztagsschulen sein. (Hamburger Abendblatt, 26.04.05, Seite 12)
Im Rahmen der Schulreform 2008-2012 des schwarz-grünen Senats werden die Hamburger Kooperativen Gesamtschulen zu Stadtteilschulen umgewandelt.
Siehe auch die Stichworte
Info zur ARGE
Integrierte Gesamtschule