ARGE

Arbeitsgemeinschaft der
Elternräte der Gesamtschulen in Hamburg

 

Hamburg, den 6. Juli 2000

Presseerklärung

 

Aufruf der GEW: Arbeitsniederlegung der LehrerInnen am 6.7.2000
"Jetzt reicht’s – Junge einstellen, Alte entlasten"

Anlässlich des Aufrufs der GEW an die Hamburger LehrerInnen, die Arbeit am 6.7.2000 nach der dritten Stunde niederzulegen, und der Kundgebung am gleichen Tage am Alsteranleger in der Hamburger Innenstadt legt der ARGE-Vorstand folgende Stellungnahme vor:

Die Arbeitsgemeinschaft der Elternräte an Gesamtschulen in Hamburg – ARGE hat Verständnis für die gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen der GEW und erklärt sich mit den Lehrkräften solidarisch.

Zwar begrüßen wir Eltern nicht den dadurch entstehenden Unterrichtsausfall, stellen aber gleichzeitig fest, dass der Unterrichtsausfall durch die rigorose Sparpolitik von Bürgerschaft und Senat ein unverantwortlicher Dauerzustand ist.

Alle Bemühungen der GEW – auch unterstützt von Eltern an Gesamtschulen -, Senat und Behörde von ihrer beschäftigungsfeindlichen Personalpolitik abzubringen, sind fehlgeschlagen.

Auch wir Eltern wissen, dass in den letzten Jahren die Schulen in Hamburg mit einer Reihe von Maßnahmen und Stellenkürzungen überzogen wurden, die zur Arbeitsverdichtung, Verlängerung der Arbeitszeit und damit auch zur Verschlechterung der Lernbedingungen geführt haben. Zusätzlich wurden dadurch auch die Einstellungsquoten für junge Lehrerinnen und Lehrer gesenkt.

Wie sollen wir Eltern Schulprogrammentwicklung vorantreiben, Bildungspläne diskutieren, Gewalt- und Suchtprävention unterstützen, Lernen mit neuen Medien planen, wenn uns die LehrerInnen als PartnerInnen fehlen?

Gerade wir Eltern an Gesamtschulen müssen jetzt die Kürzungen der Koordinierungs- und Beratungsstunden beklagen. Hinzu kommt die Stundenerhöhung für einen Teil der Lehrerinnen und Lehrer in der Sekundarstufe I.

Die Situation an den Schulen verbessert sich auch nicht durch ständige Tests wie LAU, PISA, Ditton usw., sondern diese stören eher den Schulalltag und verfälschen die Lernsituation für unsere Kinder. Auch wird dadurch die Schulpolitik im Vergleich zu anderen Staaten nicht besser. Denn: Nicht durch ständiges Wiegen, sondern durch Füttern wird ein mageres Schwein fett.

Die ARGE fordert in diesem Sinne eine Kehrtwendung in der Bildungspolitik. Dies beinhaltet auch eine schulformunabhängige Gleichstellung der Arbeitszeit der Gymnasial-, Hauptschul- und Realschullehrerinnen und –lehrer, Verbesserung des Altersteilzeitmodells, Einstellung von gut ausgebildeten, engagierten, jungen Lehrerinnen und Lehrern.

Alle an Schule Beteiligte sollen sich an der Verbesserung der Qualität von Schule und Unterricht beteiligen.
Das aber geht nicht zum Nulltarif!

Für den ARGE-Vorstand
Lothar Hüneke

 

 

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