ARGE

Arbeitsgemeinschaft der
Elternräte der Gesamtschulen in Hamburg

 

 

Hamburg, 25. April 2008

Pressemitteilung

 

Die ARGE sieht in den Vereinbarungen der schwarz-grünen Koalition zur künftigen Schulentwick­lung leider keine Verbesserung, sondern eine deutliche weitere Verschlechterung der bestehenden Situation.

Die schulische Bildung der Kinder wird demnach in Zukunft neben dem Sozialstatus und

dem Bildungsstand der Eltern auch noch von deren Informationsstand zur aktuellen Schulpolitik abhängig gemacht!

  • Die mit der Einrichtung von Primarschulen verbundenen organisatorischen und räumlichen Probleme und Planungen binden Zeit, die erheblich sinnvoller in die Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit investiert werden könnte.
  • Das Modell der eigenständigen Primarschule, die die Grundschule, bisher die einzige „Schule für Alle“ künftig ablösen soll, wird wegen der räumlichen und organisatorischen Anbindung an die Schulen mit der größten Raumkapazität, die Gymnasien, von den Eltern nicht angenommen werden.
  • Die Eltern werden, verständlicherweise, angesichts der vielen planlosen Veränderungen im Schulsystem - bei denen die vielen guten Erfahrungen und erfolgreichen Leistungen der Gesamtschulen mit ihrer heterogenen Schülerschaft aus politischen Gründen nicht erwähnt werden – die größtmögliche Sicherheit für einen Weg zu einem angesehenen Schulabschluss wählen: das Gymnasium.
  • Die unterschiedlichen Profile der Primarschulen zwingen die Eltern, die schulische Laufbahn ihres Kindes festzulegen, wenn dieses Kind erst 5 Jahre alt ist – die bisherige Selektion nach Klasse 4 wird also noch früher durchgeführt – ohne jede Kenntnis der weiteren Entwicklung des Kindes.
  • Es erscheint ebenfalls sehr zweifelhaft, ob eine Aufteilung nach Klasse 6, in der schwierigen Phase der beginnenden Pubertät, mit einer besseren Einschätzung der Leistungspotentiale der Schülerinnen und Schüler begründet werden kann. Das „diagnosegestützte Verfahren“ bei dem sich 50% als aussortiert empfinden werden, wird bei diesen die Lernmotivation nachhaltig beschädigen und blockieren.
  • Die Gesamtschulen oder künftigen Stadtteilschulen werden so tatsächlich zu einer „Mogelpackung“, wenn die lernförderliche Heterogenität nicht mehr gegeben ist durch das Aussortieren der schon frühzeitig lernstarken Kinder. Die von der Enquete-Kommission empfohlene Absenkung der Klassen-Frequenzen, erforderlich für den besonderen Bildungsauftrag, findet sich nicht mehr in den Koalitionsvereinbarungen.

 

Die ARGE sieht weiterhin die Gesamtschule als die Schulform an, die, unabhängig von dem Bildungstand und dem Einkommen der Eltern die größtmögliche Förderung der Schülerinnen und Schüler sichert.

Die ARGE unterstützt die Volksinitiative „Eine Schule für Alle“, deren Forderungen durch die Koalitionsvereinbarungen aus unserer Sicht in keinem Punkt auch nur annähernd erfüllt werden.

 

Wir fordern deshalb alle politischen Entscheidungsträger auf, eine bildungspolitische Sackgasse zu verhindern und die Einführung der Primarschule nach diesem Modell zu stoppen!

Wir Gesamtschuleltern wollen:

  • Gemeinsames durchgängiges Lernen ab Klasse 0 bis zum angestrebten Schulabschluss.
  • Kein Aussondern von Schülerinnen und Schülern – weder nach Klasse 4, noch nach Klasse 6
  • Binnendifferenziertes Lernen in kleinen Klassen und mehr Unterrichtskonzepte für ein individualisiertes Lernen.

 

 

V.i.S:d.P./Kontakt  Sybille Marth

 

 

Stellungnahme zur Zweigliedrigkeit

 

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