GEST

Gemeinschaft der
Elternräte an Stadtteilschulen in Hamburg



Die GEST fordert die Übernahme der Kosten für die Mittagsverpflegung an Ganztagsschulen durch die Hansestadt Hamburg!

Die Gemeinschaft der Elternräte an Stadtteilschulen in Hamburg (GEST) bringt es auf den Punkt: Wer Ganztagsschulen will, muss auch für adäquate Rahmenbedingungen sorgen. So muss unter anderem dafür gesorgt werden, dass die Kinder mittags etwas Vernünftiges essen.

 

Hamburg, Januar 2011

Die ganztägige Schulbildung macht auch an Hamburgs Stadtteilschulen nicht halt. Die Schulbehörde hat jedoch bisher keine Verantwortung für die Mittagsverpflegung an den Ganztagsschulen übernommen, sondern überlässt einfach deren Umsetzung den Schulen selbst. Dadurch ist das System der Schulverpflegung nur in einer Hinsicht einheitlich: Die Eltern haben den vollen Preis zu zahlen.

Eine Bezuschussung, wie es in den Mensen der Universitäten für die Studenten, in den Kantinen von Behörden für Beamte und in den Kantinen der Großbetriebe für ihre Angestellten üblich ist, ist auf schulischem Niveau her nicht vorgesehen. Lediglich Kinder von Hartz-IV-Empfängern erhalten Zuschüsse.

Bei jüngeren Schülern kann es aus pädagogischer Sicht sinnvoll sein, dass die Schüler das Mittagessen gemeinsam einnehmen. Aus physiologischer Sicht ist es für die Schüler jeder Altersstufe unabdingbar, vor dem Nachmittagsunterricht ein vernünftiges Mittagessen einzunehmen, damit das Leistungsvermögen aufrechterhalten werden kann.

Da das Schulgelände in der Regel nicht verlassen werden darf und Schulpflicht herrscht, ist es also eine Frage des Geldbeutels der Eltern, ob ihr Kind in der Schule essen kann oder am mitgebrachten Brot nagen muss. Um dieses Problem zu entschärfen, haben viele Schulen bisher Beschäftigungsgesellschaften gefunden, die dankenswerterweise mit ihren Ein-Euro-Jobbern die Essenzubereitung und -ausgabe übernehmen.

Nun werden die aktuellen Mittelkürzungen des Bundesarbeitsministeriums in Hamburg derzeit aber so umgesetzt, dass die Anzahl der Ein-Euro-Jobs (offizieller Name: Arbeitsgelegenheiten) binnen eines Jahres auf rd. 6.200 fast halbiert werden soll.

In diesem Zusammenhang sagte laut der Bergedorfer Zeitung vom 06.12.2010 Sven Hinrichsen, Geschäftsbereichsleiter Arbeitsmarktpolitik der team.arbeit.hamburg (Hamburger ARGE für Grundsicherung gemäß Sozialgesetzbuch II): „Wir bekommen Geld, um Betroffene in Arbeit zu bringen.“ Und nicht, um mit mehr als 400 Arbeitsgelegenheiten allein in Hamburg Schulmensen an Ganztagsschulen zu ermöglichen.

Aus diesem Grunde werden gerade bei den Beschäftigungsgesellschaften, die Hamburger Schulkantinen beliefern und die Essensausgabe übernehmen, die Ein-Euro-Jobs gestrichen. Das bedeutet, dass die Schulverpflegung an einer großen Zahl von Hamburger Ganztagsschulen so, wie sie bisher gehandhabt wurde, vor dem Aus steht.

Diese Schulen werden ihre Kantinen zukünftig mit regulär Beschäftigten betreiben und sich entsprechende Lieferanten suchen müssen. Wenn das nicht zu Lasten der Essensqualität gehen soll, werden die Eltern der Schüler zukünftig tiefer in die Tasche greifen müssen.

Da sich viele Eltern tägliche Beträge zwischen drei und fünf Euro für die Mittagsverpflegung ihrer Kinder nicht leisten können – insbesondere, wenn sie mehrere schulpflichtige Kinder haben – werden zukünftig voraussichtlich nicht wenige Kinder nachmittags am Pflichtunterricht teilnehmen, obwohl sie nichts Vernünftiges zu essen hatten.

Diese Situation herrscht zum Teil schon jetzt an Schulen, die den Betrieb ihrer Mensa auf Weisung der Schulbehörde öffentlich ausgeschrieben haben und in denen das Mittagessen für Kinder daher zum Teil teurer ist als in den Kantinen von Hamburger Behörden. Oder, wenn die Preise auf bezahlbarem Niveau gehalten werden, dies zu Lasten der Essensqualität geht und die Schüler deshalb nicht mehr in die Mensa gehen.

Es darf aber nicht sein, dass schulische Leistungen vom Geldbeutel der Eltern abhängig sind. Deshalb fordert die GEST für die Schulmensen die Übernahme der Verpflegungskosten durch die Stadt Hamburg.

Ihr Ansprechpartner:

GEST
Gemeinschaft der Elternräte an Stadtteilschulen in Hamburg

c/o Claus D. Metzner

Die GEST ist der Zusammenschluss der Elternräte aller 52 Hamburger Stadtteilschulen. Jeder Elternrat wählt zu Beginn eines jeden Schuljahres einen Delegierten sowie einen Stellvertreter in die Gemeinschaft der Elternräte der Stadtteilschulen in Hamburg – kurz: GEST.

 

 

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