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ARGE |
Arbeitsgemeinschaft der |
Stellungnahme der ARGE zum Vorschlag der Enquetekommission zur Zweigliedrigkeit im Hamburger Schulwesen
Die Arbeitsgemeinschaft der Hamburger Gesamtschulelternräte lehnt eine Neuordnung der Hamburger Schullandschaft durch ein Zweisäulenmodell ab.
Die Einrichtung von so genannten Stadteilschulen neben dem Fortbestand der Gymnasien entspricht nicht den durch PISA festgestellten zentralen Anforderungen an Schule:
Die Einteilung von Schülerinnen und Schülern in eine einerseits „wissenschaftlich orientierte“ Lerngruppe (Gymnasium) und andererseits eine eher „praktisch orientierte“ Lerngruppe (Stadteilschule) ist nach heutigen Erkenntnissen überholt. Sie als wissenschaftliche Grundlage zur Einführung eines Zweisäulenmodells heranzuziehen, ist nicht mehr haltbar.
Schülerinnen und Schüler nach Klasse 4 – an Gymnasien ein weiteres Mal nach Klasse 6 - aufzuteilen, ist pädagogischer Unfug, der uns jahrzehntelang in der Bildung unserer Kinder zurückgeworfen hat und die Bildungsbenachteiligung nicht aufhebt.
Die Beibehaltung von Förderschuleinrichtungen macht dann noch die Abschulung aus Stadtteilschulen möglich. Somit kann man auch nicht mehr von einem Zwei-Säulenmodell sprechen.
Das eher traditionell begründete hohe Ansehen von Gymnasien lässt viele Eltern diese Schulform für ihre Kinder anwählen. In einigen Regionen Hamburgs wird dies dazu führen, dass die Stadtteilschulen ohne ein leistungsstarkes Schülerklientel zur Restschule werden. Die lernfördernde Heterogenität wird in der Schülerschaft nicht vorhanden sein. Somit nimmt sie die Stelle der bisherigen Hauptschulen ein, die eigentlich abgeschafft werden sollten.
Wenn zum jetzigen Zeitpunkt von einer besseren Ausstattung für die Stadtteilschulen gesprochen wird, macht uns Gesamtschuleltern dies besonders misstrauisch. Kleinere Klassen mit besserer personeller Ausstattung, zusätzliche Sozialpädagogen, mehr Zeit für Koordination, bessere berufliche Vorbereitung wurde und wird für eine Schule, die auf alle Bildungsabschlüsse vorbereitet und somit einen besonderen Auftrag hat, schon lange für die Gesamtschulen gefordert! Aber tatsächlich wurde fortwährend eingespart und gekürzt.
Wird die bestehende Gesamtschule für gescheitert erklärt, um von Kürzungen bei dieser Schulform abzulenken?
Nicht die Gesamtschule ist Etikettenschwindel, sondern die Stadtteilschule. Sie hat weder die notwendige Ausstattung noch das integrative Konzept der Gesamtschule.
Wir fordern alle politischen Entscheidungsträger auf, eine weitere bildungspolitische Sackgasse zu verhindern und die Einführung des Zwei-Säulenmodells zu stoppen!
Die Gesamtschuleltern wollen:
Hamburg, 27. März 2007
ARGE-Vorstand